Schweizer Premiere: Rainald Grebe im Theater an der Grenze

Kreuzlingen/TG. Mit seinem dritten Solo-Programm «Hongkongkonzert» feiert Rainald Grebe am 6. Mai im Theater an der Grenze Schweizer Premiere.

Das Talent des mehrfach ausgezeichneten Autors und Liedersänger aus Köln lobt nicht nur die Presse. «Grebes Heimat ist zweifellos die Bühne, und sollte er auf einer in Ihrer Nähe zu sehen sein: Gehen Sie schnell hin!» (Titanic, April 2007), sondern auch diverse Jurymitglieder. Grebe erhielt den Prix Pantheon (2003), den Deutschen Kleinkunstpreis (2006) und 2008 den Salzburger Stier.

Das «Hongkongkonzert» erzählt die Geschichte über einen Barpianisten, der in einem Nobelhotel in Hongkong arbeitet. Ein Alleinunterhalter, der überall war und nirgendwo. Taufen. Hochzeiten. Beerdigungen. Frühschoppen. Kaufhauseröffnungen. Insolvenzfeiern. Kreuzfahrten. Er weiss, wenn er nicht wäre, würde es jemand anderes machen. Draussen soll die Katastrophe sein. Dem Geld geht es nicht gut. Dem Dorsch und dem Klima auch nicht. In der Bar hocken Leute, die den Pianisten vollquatschen. So geht es ihm seit Jahren.

Rainald Grebe ist ein Urenkel des Dadaismus. Seine Auftritte voller Skurrilität und anarchistischem Entertainment tragen das Publikum in eine seltsame Welt zwischen Albernheit und Tragikkomik. Seine Lieder folgen einer eigenen Logik. Fernab von allen sattsam bekannten Fahrrinnen, entdecken sie im Alltäglichen das Wunderbare, im Vertrauten das Absurde und die Tragik in der Spassgesellschaft. Sie sind voller Widersprüche und Widerhaken, voller Doppelbödigkeiten, überraschender Einsichten und manchmal erschliesst sich erst auf dem Heimweg die Heimtücke einer seiner Reime.

Thurgau / 28.04.2009 - 11:48:43
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