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Schweizer Immobilienpreise – der aktuelle Entwicklungstrend

Das Abklingen der Coronavirus-Epidemie hat dem Anstieg der Immobilienpreise in der Schweiz kein Ende gesetzt.

Laut dem aktuellen Swiss Real Estate Offer Index steigen die Mietpreise derzeit wieder und Wohnimmobilien sind wertvoller denn je.

Mietobjekte

2021 sanken die Mieten um 2,6 % gegenüber dem Vorjahr. Neue Arbeitsarrangements und soziale Einschränkungen während der Coronavirus-Epidemie führten dazu, dass die Nachfrage an Mietwohnungen und -häusern in den Zentren abnahmen.

Basierend auf diesen Entwicklungen prognostizierte Wüest Partner in Ihrer Immobilienmarktanalyse Anfang 2022 eine weitere Senkung des Mietindexes von 0,8 % bis zum Ende des Jahres. Aktuell (Anfang Juni 2022) sehen wir allerdings einen steilen Anstieg. Der derzeitige Stand des durchschnittlichen Mietpreises (CHF 262.57 pro Jahr und m²) wurde das letzte Mal im August 2018 überboten.

Der Grund hierfür ist die abnehmende Liquidität am Mietwohnungsmarkt. Die geringere Anzahl verfügbarer Objekte kann unter anderem darauf zurückgeführt werden, dass die Wohnbauentwicklung durch die Covid-19-Epidemie gebremst wurde, wie Credit Suisse in ihrer Immobilienstudie im März 2022 feststellen. Die Bevölkerungszahlen und damit die Nachfrage nimmt derzeit schneller zu, als der Wohnungsmarkt aufholen kann.

Die Preise für Mieten und Eigentum unterscheiden sich stark von Kanton zu Kanton. Obwohl bis zu einem gewissen Grad derzeit von einer “Stadtflucht” gesprochen werden kann, die sich auf die Immobilienpreisentwicklung in der Schweiz auswirkt, sind die durchschnittlichen Kosten ausserhalb der Zentren ein mehrfaches niedriger. Aktuelle Immobilienpreise und -mieten vor Ort können Sie über https://realadvisor.ch/de/immobilienpreise-pro-m2 jederzeit aufrufen und vergleichen.

Wohneigentum

Wie der Swiss Real Estate Offer Index zeigt, haben die Preise von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser 2020 keine nennenswerten Einbrüche verzeichnet. 2021 wurde dieser Aufwärtstrends steiler. Wohnungen kosteten 7,3 % mehr als im Vorjahr, während Einfamilienhäuser sogar 8,3 % teurer wurden.

In der ersten Jahreshälfte 2022 setzte sich dies fort und der Index Anfang dieses Junis zeigt eine Steigerung des Preises für Einfamilienhäuser um 8,64 % und eine Steigerung des Preises für Wohnungen um 8,46 % gegenüber Juni 2021.

Berufliche und gesellschaftliche Veränderungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie haben zu einer nachhaltigen Verlagerung der Werte geführt. Der vermehrte Aufenthalt zu Hause und die Verschmelzung von Heim und Arbeitsplatz erhöhten den Bedarf an grosszügigen Räumlichkeiten. Gegenden ausserhalb der grossen Zentren wurden dadurch attraktiver.

Die durchschnittlichen Preise in suburbanen Vororten sind deshalb inzwischen häufig denen im Stadtzentrum angeglichen oder übertreffen diese sogar. Der durchschnittliche Preis pro m² ist weiterhin am niedrigsten in ländlichen Kantonen wie Neuchâtel, Glarus und Appenzell-Innerrhoden.

Fazit und Aussichten

UBS setzt den Immobilienblasen-Index der Schweiz mit 1,47 im ersten Quartal 2022 um 0,9 Punkte höher an als im vorhergehenden. Da der Schweizer Immobilienpreisentwicklung ein überdurchschnittliches Einkommenswachstum von 2 % gegenübersteht, wird aktuell nicht befürchtet, dass der Markt wie in den 90ern zu platzen droht. Darüber hinaus fiel der Anstieg der Hypothekarzinsen im Jahre 2022 niedriger als erwartet aus. Wohneigentum bleibt also weiterhin eine rentable Investition.

Trotz der zunehmenden Binnenmigration in ländliche Gegenden nimmt der Bedarf an Mietobjekten in der Stadt ungebrochen zu. 2022 sind 40 % weniger Neubauten in der Entwicklung als noch vor 10 Jahren und Zuwanderer zieht es weiterhin in die urbanen Zentren. Dementsprechend kann erwartet werden, dass der Aufwärtstrend des Mietindexes sich ebenfalls fortsetzt.

Ein Einfamilienhaus in Zürich kostet derzeit im Durchschnitt CHF 14’943 pro m². In Neuchatel liegt der Quadratmeterpreis bei CHF 6’784, in Glarus bei CHF 4’908 und in Appenzell-Innerrhoden bei CHF 6’507.

Darüber hinaus wird angenommen, dass sich die Konditionen für Hypothekarzinsen in den nächsten Monaten verschlechtern würd, was ebenfalls dazu führen kann, dass mehr Menschen sich für Mietangebote interessieren.

 

Titelbild: © Indigoextra Ltd.

AargauAargau / 02.08.2022 - 00:47:23