
Schützenverein Ramschwag stellt Schiessbetrieb ein
Bernhardzell/SG. Nach dem tödlichen Schiessunfall mit einem Sturmgewehr vom 28. August hat der örtliche Schützenverein Ramschwag den Schiessbetrieb auf unbestimmte Zeit eingestellt.
Untersuchungsrichter Marcel Thalmann erklärte am Donnerstag auf Anfrage, die Befragungen der Personen, die sich zur Zeit des Unfalls im Schützenhaus aufhielten, seien noch immer im Gang. Weitere Angaben machte er nicht.
Für den Fall zuständig ist das Untersuchungsamt Gossau. Die Militärjustiz wurde bis jetzt nicht eingeschaltet, wie deren Sprecherin Silvia Schenker auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.
Die Mitglieder des Schützenvereins Ramschwag Waldkirch-Häggenschwil haben sich inzwischen zu einem Gespräch getroffen, um das Geschehene aufzuarbeiten. Sie wurden dabei von zwei Mitgliedern der „Psychologischen Ersten Hilfe“ des Kantons St. Gallen (PEH) begleitet.
Betroffenheit und Mitgefühl
“Die eigenen Erlebnisse, die Betroffenheit und das Mitgefühl mit den Angehörigen des Verstorbenen prägten dieses Gespräch“, schreibt der Verein auf seiner Homepage. Es sei „das eingetreten, was wir immer zu verhindern suchten“.
Nun soll am Ort des Unglücks Ruhe einkehren. Als Zeichen des Respekts und der Anteilnahme werde der Schiessbetrieb in den nächsten Wochen eingestellt, heisst es. Die Schützen verzichten auf die Beendigung der vereinsinternen Jahresmeisterschaft. Wie lange der Betrieb in Bernhardzell still steht, ist noch offen.
Bekannter Rapper
Beim Schiessunfall war der bekannte St. Galler Rapper Shame (27) ums Leben gekommen. Nach dem Schiessen des „Obligatorischen“ in Bernhardzell löste sich auf dem Parkplatz beim Schützenhaus unter noch nicht geklärten Umständen ein Schuss aus dem Sturmgewehr eines 28-jährigen Kollegen.
Der Schuss traf den Rapper am Kopf. Schwer verletzt wurde er mit der Rega ins Spital eingeliefert, wo er starb.
Der Schützenverein Ramschwag schrieb nach dem Unfall in einer Mitteilung, im Schiessstand seien alle Chargen der Sicherheitsaufsicht vorschriftsgemäss besetzt gewesen. Es sei schwer vorstellbar, dass eine Waffe geladen und ungesichert an den Kontrollen hätte vorbeigetragen werden können.