Schulversuch an der Kantonsschule startet 2010
Romanshorn/TG. Der Regierungsrat startet an der Kantonsschule einen Schulversuch mit sogenannten Kompetenzmodulen.
Am Gymnasium der Kantonsschule Romanshorn startet im August 2010 ein Schulversuch mit sogenannten Kompetenzmodulen. Damit sollen die Schülerinnen und Schüler gezielter auf die universitären Hochschulen und Fachhochschulen vorbereitet, ihre Selbständigkeit gestärkt und das fächerübergreifende Denken verbessert werden.
Der Regierungsrat hat den Schulversuch mit maximal zwei Klassen bis 2016 genehmigt. Im kantonalen Lehrplan für die thurgauischen Maturitätsschulen ist eine Vielzahl von Kompetenzen definiert. Viele davon lassen sich im isolierten Fachunterricht nur schwer fördern. Mit einem Schulversuch sollen alle geforderten Kompetenzen problembezogen und in komplexen Anwendungen planmässiger ausgebildet werden.
Dazu findet ein Teil der jährlichen Unterrichtszeit statt in den gängigen Fach-Lektioneneinheiten in thematischen, fächerübergreifenden Moduleinheiten statt. Eines von rund zehn Modulen heisst beispielsweise
«Mit Modellen der Umwelt arbeiten». Dieses umfasst Fächer wie Geografie, Biologie, Geschichte, Wirtschaft und Recht, Sprachen und Informatik.
Im Modulunterricht arbeiten die Schülerinnen und Schüler auch in Teams, die täglich und mit Unterstützung ihre Arbeiten gemeinsam planen. Der Sprachunterricht wird in die Moduleinheiten eingebettet, indem Texte auf
Deutsch und in den Fremdsprachen gelesen und verfasst werden sowie Präsentationen in verschiedenen Sprachen stattfinden. An allen Themen werden die Analyse- und Synthesefähigkeit, die Urteilsfindung, das vernetzte Denken und die multiperspektivische Sicht sowie die Kommunikations- und Darstellungskompetenz geübt.
Die Versuchsanordnung sieht vor, dass ab August 2010 in jedem Schuljahr maximal zwei Klassen mit Kompetenzmodulen geführt werden. Der Schulversuch endet 2016. Zuvor werden je zwei Versuchsklassen die Matura im Sommer 2014 und 2015 ablegen. Mit einer auch den Studienerfolg umfassenden Evaluation wird die Wirkung des Schulversuchs erhoben und dann über eine definitive Einführung entschieden. Für den Schulversuch wird der Schulentwicklungspool aufgestockt, im ersten Jahr um 30 Jahreslektionen, in den Folgejahren nimmt er je um fünf Jahreslektionen ab.



























