Schulplanung am Volk vorbei
AR. Für die Kantonsratssitzung war die Schul- und Anstellungsverordnung für Lehrkräfte traktandiert und wurde verschoben.
Die SVP begrüsst es, zuerst den Kostenverteilschlüssel festzulegen.
In der Sitzung hätte der Kantonsrat in einer Lesung über massive Mehrkosten und weitere fragwürdige Entwicklungen in der Schule entscheiden sollen. Weil die Aufteilung der Mehrkosten von einigen Millionen Franken zwischen Kanton und Gemeinde nicht klar war, beantragte die kantonsrätliche Finanzkommission die Traktanden zu verschieben.
Die SVP Fraktion begrüsst das Einlenken des Regierungsrates, zuerst den Kostenverteilschlüssel festzulegen, bevor die Mehrkosten beschlossen werden.
Die SVP erwartet zusätzlich, dass der Regierungsrat die gewonnene Zeit dazu nutzt und eine Auslegeordnung der ganzen Schulveränderungen vornimmt und somit den Schülerrückgang von über 20 Prozent in seine Lösungsfindung einfliessen lässt.
Mitsprache durch Volk gewährleisten
Die SVP erachtet es als zwingend, dass die Ausrichtung der Schule AR auf Gesetzes- und nicht auf Verordnungsstufe geregelt wird. Damit unterstehen gravierende Veränderungen im Schulwesen, wie bisher, dem Volksreferendum.
Kürzere Unterrichtszeiten und Klassenlehrerzulage
Gegenüber der heutigen Regelung werden die Unterrichtszeiten je nach Stufe von 23.5 – 25 Stunden auf 22.5 Stunden für alle Stufen reduziert. Das sind im Kindergarten satte 10 Prozent. Die Begründung dafür ist, dass Lehrkräfte immer mehr Zeit für «weitere Arbeiten Klasse» wie Elterngespräche etc. benötigen. Dies führt bei gleichbleibenden Schülerzahlen zu einer Mengenausweitung von Lehrkräften, oder bei uns in der Realität bei sinkenden Schülerzahlen zu einer Stellenerhaltung der Lehrkräfte. Bei der Tendenz von immer mehr Teilzeitangestellten und Spezialisierung der Lehrenden ist eine weitere Reduktion der effektiven Unterrichtszeit für die SVP Fraktion nicht mehr akzeptierbar. Beispielsweise soll ein Sportlehrer nach Vorstellungen des Departement Bildung für vier Stunden Sport Unterricht, fünf Stunden Vor- und Nachbereitungszeit benötigen.
Zusätzlich sollen alle Lehrkräfte die noch eine Klassenverantwortung wahrnehmen, eine jährliche Prämie von 3000 Franken erhalten. Für die SVP war und ist diese Verantwortung eine Selbstverständlichkeit bei einer Kaderbesoldung, wie sie die Lehrenden geniessen und wehrt sich gegen solche überrissenen Prämien.
Nur noch 2 Lohnklassen
Nachdem in der Schweiz Kindergärtnerinnen und Primarlehrkräfte die gleiche Ausbildung mit Bachelor-Abschluss absolvieren, sollen auch bisherige Lehrkräfte gleichwertig bezahlt werden. Ähnliches gilt für Lehrkräfte in Handarbeit und Werken. Diese sollen je nach Unterrichtsstufe besoldet werden. In den Genuss der höheren Lohnklasse sollen auch all jene Lehrpersonen rutschen, welche nicht über das neu erforderliche Diplom verfügen. Dieses Vorgehen kann in unserem Kanton weitere Begehrlichkeiten auslösen. Die Situation ist beim Pflegepersonal mit der vorgeschriebenen Fachhochschule ähnlich, auch dort werden dann Begehrlichkeiten geweckt.
Obwohl von der Regierung die Lohngleichstellung mit der gleichwertig längeren Ausbildung begründet wird, sieht sie hier Spielraum für weitere Geschenke. Die Lehrenden im Kindergarten sollen gegen 10 Prozent weniger unterrichten, dafür bis zu 15 Prozent mehr Lohn erhalten, obwohl die geforderten Ausbildungen teilweise nicht vorhanden sind.
Die SVP setzt sich weiterhin für eine zeitgemässe und gute Schule, aber auch für eine in Zukunft finanzierbare Schule ein. Zudem halten wir am Klassenlehrerprinzip fest, und verlangen mehr Eigenverantwortung der Eltern in der Erziehung, sowie die Mitsprache des Volkes bei solch weitreichenden Entscheidungen. SVP Fraktionschef Edgar Bischof



























