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Schmid: «Tagi» stiftet Verwirrung

Appenzell. Carlo Schmid als SVP-Kantonsrat, der mit einer Affäre um einen verwahrten Kinderschänder für Aufregung sorgt? Keine Bange: Das ist eine Ente.

Um es gleich festzuhalten: Carlo Schmid ist nach wie vor CVP-Mitglied, stillstehender Landammann des Kantons Appenzell Innerrhoden und ehemaliger Ständerat. Seine lange und vielbeachtete Präsenz in der Schweizer Politik wurde ihm nun in der Form eines «freudschen Verschreibers» eines Journalisten des Zürcher «Tages-Anzeiger» aber zum Verhängnis.

Im «Tagi» geht es heute in einem grossen Artikel um einen SVP-Kantonsrat, der seine Gespräche mit einem verwahrten Häftling öffentlich publiziert hat. Mit diesem – im Gefängnis aufgrund sexueller Handlungen mit Kindern – hatte er kürzlich telefoniert, und zwar, als der an sich Verwahrte im Ausgang war, zwar in Begleitung von Beamten, aber offenbar nicht unter Beobachtung. Jedenfalls war es dem Mann möglich, mit dem Politiker zu telefonieren. Er hätte also wohl auch problemlos fliehen können. Daraus zimmert der Politiker nun eine Kampagne gegen die Zürcher Justizbehörden und will damit politisch Kapital aus der Sache schlagen. Selbst seine Partei, die SVP, findet die Aktion eher bedenklich und distanziert sich nun.

So weit so schlecht. Der SVP-Kantonsrat, der nun unter Beschuss ist, heisst Claudio Schmid. So wird er auch im «Tagi»-Artikel genannt. Im kurzen Anriss-Text auf der Titelseite der schweizweit verbreiteten Zeitung allerdings ist die Rede von «Carlo Schmid». Der zuständige Redaktor hatte wohl ganz einfach den Namen des bekannten Innerrhoder Politikers präsenter als denjenigen des Zürcher SVP-Kantonsrat, den ausserhalb seiner Heimat kein Mensch kennt, wenigstens bis heute nicht.

Wer sich den ganzen Artikel zu Gemüte führt, wird den Fehler schnell bemerken, wer aber nur die Tagi-Titelseite überfliegt, wundert sich heute wohl, wieso der Oberegger Carlo Schmid die Zürcher Justizdirektion unter Beschuss nimmt. Wir können beruhigen: Das tut er nicht. Und in der Donnerstagsausgabe dürfte der «Tages-Anzeiger» wohl eine Korrektur folgen lassen.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 05.03.2008 - 16:11:00