Runder Tisch von Thurgauer Frauen zu HarmoS
Auf Einladung der CVP Frauen Thurgau haben sich politisch aktive Frauen aus allen Parteien, die ausnahmslos Mütter sind, am runden Tisch getroffen und die Auswirkungen von HarmoS auf den Thurgau diskutiert.
Folgende Erklärung wurde gemeinsam abgegeben:
HarmoS schafft in der ganzen Schweiz einheitliche Rahmenbedingungen für die Volksschule. Diese Zielsetzung wird von Eltern, Lehrpersonen und Behörden begrüsst. Die Erziehungsverantwortung liegt nach wie vor bei den Eltern.
Im fünften Lebensjahr in den Kindergarten
Der Kindergarten ist neu Teil der Volksschule und bietet den Kindern wie bisher während zwei Jahren die Gelegenheit, ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechend spielerisch zu lernen. Die Sprache, der soziale Umgang sowie das spielerische Herantasten an neues Wissen und strukturiertes Lernen stehen im Zentrum.
Ist ein Kind aus Sicht der Eltern mit vier Jahren noch nicht reif für den Kindergarten, liegt es an den Eltern und den Behörden, gemeinsam die beste Lösung für das Kind zu wählen. Das Erziehungsdepartement fordert die Behörden auf, Rückstellungsgesuche der Eltern grosszügig zu behandeln.
Einheitliche Grundbildung
Der Kanton ist kein in sich geschlossener Lebensraum, auch wenn ihm unser föderalistisches System viele Kompetenzen überträgt. Ein Kantonswechsel stellt an ein Schulkind enorme Anforderungen, weil heute jeder Kanton einen eigenen Lehrplan vorgibt. Mit HarmoS wird erstmals landesweit festgelegt, in welchen Fächern unsere Kinder eine umfassende Grundbildung erhalten. Wie im Thurgau bereits üblich, werden alle Kinder in der Schweiz nach zwei Jahren Kindergarten sechs Jahre Primar- und drei Jahre Sekundarschule besuchen. In der Deutschschweiz wird nach einheitlichem Lehrplan unterrichtet und die Lehrmittel werden aufeinander abgestimmt. Alle Schülerinnen und Schüler erhalten dadurch einen gut ausgerüsteten Bildungsrucksack, der sie auf dem Weg zu einer Berufslehre oder zum Gymnasium stärkt.
Betreuungsstrukturen weiterhin freiwillig und kostenpflichtig
Aufgrund des kantonalen Gesetzes über die familienergänzende Kinderbetreuung, das seit 1. Januar 2005 in Kraft ist, haben im Thurgau in den letzten Jahren viele private und öffentliche Körperschaften familienexterne Betreuungsstrukturen ins Leben gerufen. Diese sind dort wertvoll, wo viele Kinder vor und nach dem Unterricht nicht durch die Eltern betreut werden können. Diese Angebote sind für alle freiwillig und die Kosten richten sich nach den finanziellen Möglichkeiten der Eltern. HarmoS bringt im Kanton Thurgau diesbezüglich keine Änderung.
HarmoS generiert keine höheren Kosten
Im Kanton Thurgau fallen wegen HarmoS keine strukturellen Anpassungen an und deshalb auch keine zusätzlichen Kosten. Im Gegenteil: Die Kosten für den Deutschschweizer Lehrplan und die Instrumente zur Leistungsmessung werden dank HarmoS auf alle Kantone verteilt. Auf die anstehende Überarbeitung des Thurgauer Lehrplans kann dadurch verzichtet werden.
Die unterzeichnenden Frauen empfehlen ein überzeugtes JA zu HarmoS an der Abstimmung vom 30. November 2008.
Namen der Frauen (in alphabetischer Reihenfolge)
Simone Curau-Aepli, Co-Präsidentin CVP Frauen Thurgau
Christa Kaufmann, Vorstand CVP Frauen Thurgau
Cornelia Komposch, Kantonsrätiin SP
Maya Looser, Präsidentin FDP Frauen Thurgau
Madlen Neubauer-Weber, Kantonsrätin, Vorstand CVP Frauen Thurgau
Liselotte Peter-Huber, Kantonsrätin SVP
Daniela Sandoz-Wyder, Vorstand CVP Frauen Thurgau
Isabella Stäheli-Tobler, Kantonsrätin, Präsidentin GP Thurgau
Regula Streckeisen, Kantonsrätin, Präsidentin EVP Thurgau
Sonja Wiesmann, Präsidentin SP Frauen Thurgau
Esther Wolfensberger, Co-Präsidentin CVP Frauen Thurgau



























