Rollewyber und Schelli auf ihrem «Striich»
Herisau. Verschiedene «Schuppel» gehen von Hof zu Hof und wünschen «es guets Neus»: Herisau ist seit Jahren die Hochburg des Silvesterchlausens.
Gelebtes urtypisches appenzellisches Brauchtum: Das sollten die zahlreichen Besucher am 31. Dezember, dem «neuen Silvester», in Herisau erleben. Silvesterchläuse ziehen auf ihrem selbst festgelegten Weg, dem «Striich» oder «Strech» von Hof zu Hof und wünschen den Bewohnern schellender- und zaudenderweise «es guets Neus».
Verkehrsfreier Dorfkern
Obschon sich der Brauch in den vielen Jahren immer wieder leicht verändert hatte, ist eine Problematik bestens bekannt: Die Silvesterchläuse lassen sich nicht zu festgelegten Zeiten und Auftritten zwingen. Das Wetter und andere Faktoren beeinflussen die Zeitpunkte des Erscheinens im Dorfkern. So erscheinen die Chläuse in der Regel erst zwischen 9.30 Uhr und 14 Uhr im Dorf. Bereits seit fünf Jahren wird daher zur Sicherheit der Chlausgruppen der Herisauer Dorfkern total verkehrsfrei gehalten.
Anpassungen und Verbesserungen
Zum Auftakt des Alpenjahres 2002 wurden gewisse Anpassungen und Verbesserungen umgesetzt, ohne den Anlass zu starr zu organisieren. Anfangs dieses Jahres wurde in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der verschiedenen Gruppen eine Analyse der in die Wege geleiteten Verbesserungen gemacht. Diese Standortbestimmung zeigte auf, dass die getroffenen Massnahmen griffig sind und der für Herisau wichtige Anlass ohne grossen Organisationsaufwand und wenig Personal problemlos gestaltet werden kann. Dennoch gibt es keinen Zeitplan für genau definierte Auftritte, das soll auch in Zukunft so bleiben.
Das Brauchtum steht im Vordergrund
Ziel und Zweck des Chlausens ist nicht die Unterhaltung der Touristen – ganz im Gegenteil – die Gruppen chlausen um der Sache willen. Rollewyber und Schelli, Schöni und Schönwüesti oder gar Wüesti? Die Vielfalt der Silvesterchläuse ist gross. Daher sollten sich die Besucher viel Zeit nehmen und den Aufzug der verschiedenen «Schuppel», welche aus allen Richtungen im Dorf eintreffen, geniessen.
«Chlausetröff» und «Schuppelhütte»
Schwierig wird sich auch am diesjährigen 31. Dezember die Platzsuche in den Restaurants der Hochburg des Silvesterchlausens gestalten. Im Herisauer Dorfkern sind überfüllte Gastrobetriebe am Tag der Chläuse nicht zu vermeiden. Daher wurden zwei zusätzliche Treffpunkte für Durstige und Hungrige geschaffen: Die «Schuppelhötte» in der Chäshalle, geführt von der Guggenmusik «Ziegelhöttler» sowie der «Chlausetröff», welcher gemeinsam vom Jodelklub Alpenblume und dem Harmonika-Verein geführt wird. Neben den «gewöhnlichen» Besuchern werden in den diversen Lokalitäten teilweise auch die Chläuse anwesend sein. So verabschieden die Rollewyber, Schelli, Schönen, Schönwüesten und die Wüsten schellend, rollend und zaurend das alte Jahr – und begrüssen gleichzeitig das Neue.



























