Rittmeyer serviert «Retrospeck» in Appenzell
Appenzell. Die Gf! Kulturgruppe hat Joachim Rittmeyer zu einem frischen Remix seines kabarettistischen Schaffens eingeladen.
«Retrospeck» ist eine Neukomposition aus Szenen, Songs und Sketches aus verschiedenen zurückliegenden Solostücken – ein Rittmeyer für Quereinsteiger sozusagen. Der Gewinn des Schweizerischen Kleinkunstpreises 2007 war der äussere Anlass, dieses Vorhaben umzusetzen. Mit einer formalen Idee, die rasche Schauplatzwechsel zulässt, wurde der Dreh gefunden, den Abend zu einem neuen vernetzten Geschehen zu machen, in dem bekannte Nummern nicht wie Altstars auf einem Sportplatz umherhinken, sondern sich nochmals in neuer Frische beweisen: Der Wortjongleur Theo Metzler, der slow motion-Denker Hanspeter Brauchle sowie ätzende, namenlose Alltagsfunktionäre verdichten sich zu einer Stimmung, die dem Lachen gewaltig Vorschub leistet. Vibraphon und Concertina erzeugen dabei poetische Kontrapunkte.
Abstruse aktuelle Abbilder des Alltags und menschlicher Verstrickungen fügen sich in diesem Jubiläumsprogramm zu neuem Geschehen. Scheinbare Banalitäten bekommen durch kleinste Gesten oder Kontextverschiebungen neue Bedeutung. Und nicht zuletzt verbindet «Retrospeck» subtiles Schauspiel mit anspruchsvoller Wortkunst – präzise und doch rätselhaft.
Wer sich auf die verqueren Denkmanöver von Joachim Rittmeyers Bühnenfiguren einlässt, wird reichlich belohnt durch scharfsinnige, poetische Pointen und schlafwandlerisch sichere Symptombenennungen einer absurden Normalität.
«Retrospeck» und ist am Samstag. 8. März im Hotel Hecht in Appenzell zu sehen. Ticketreservation: www.kultur-appenzell.ch .



























