Rentenanstalt/Swiss Life: Strafuntersuchung abgeschlossen
Zürich. Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte hat gegen den ehemaligen Finanzchef des Konzerns Anklage erhoben. Gegen zwei weitere Konzernleitungsmitglieder wurde die Untersuchung eingestellt.
Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, Wirtschaftsdelikte, führte seit dem 8. November 2002 eine umfangreiche Strafuntersuchung gegen drei ehemalige Konzernleitungsmitglieder (KL-Mitglieder) der Rentenanstalt / Swiss Life (RA/SL) wegen mutmasslicher Unregelmässigkeiten beim Betrieb der Mitarbeiterbeteiligungsgesell-schaft Long Term Strategy AG (LTS).
Gegenstand der Anklage bilden die beim Handel mit LTS Aktien zwischen der RA/SL und den betroffenen KL-Mitgliedern angewendeten Aktienpreise sowie verschiedene der LTS durch den Angeklagten gewährte Vorteile im Deliktsbetrag von insgesamt 4.1 Millionen Franken. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wurden die Aktienpreise bei Käufen durch die KL-Mitglieder zu tief angesetzt. Bei Verkäufen wurden sie teilweise zu hoch angesetzt. Zu den Vorteilen gehörten unter anderem hohe unentgeltliche Garantieerklärungen, unentgeltliche Dienstleistungen oder zu tiefe Zinsen. Die RA/SL legte bei der Bewilligung der LTS fest, dass diese auf Kosten und Risiko der Aktionäre der LTS betrieben werden musste. Dem entsprachen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft weder die später ang-wendeten Aktienpreise noch die der LTS gewährten Vorteile.
Dem Angeklagten wird mehrfache Veruntreuung bzw. mehrfache ungetreue Geschäftsbesorgung zum Nachteil der RA/SL vorgeworfen. Der Angeklagte bestreitet, sich strafbar gemacht zu haben; es gilt die Unschuldsvermutung.
Gegenüber den anderen beiden Konzernleitungsmitgliedern wurde das Verfahren, das sich nur in einem beschränkten Umfang auch gegen sie richtete, vollumfänglich eingestellt. Soweit die Untersuchung die Rechnungslegung der RA/SL betraf, wurde das Verfahren eingestellt.
Der Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest.



























