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Rekonstruktion im Fall Peter Hans Kneubühl durchgeführt

Biel/BE. In Zusammenhang mit dem Verfahren gegen Peter Hans Kneubühl ist am Mittwoch, 17. November 2010, an dessen Domizil in Biel eine Tatrekonstruktion durchgeführt worden. Ziel war es unter anderem, gestützt auf die bisherigen Ermittlungen den Tatablauf festzuhalten.

Für die Rekonstruktion standen am Mittwoch, 17. November 2010, mehrere Dutzend Mitarbeitende der Strafverfolgungsbehörden im Einsatz. Es ging dabei insbesondere darum, den Hergang der Ereignisse, die sich vom 8. bis am 10. September 2010 am Mon-Désir-Weg abgespielt hatten, festzuhalten. Die Rekonstruktion stand unter der Leitung des zuständigen Untersuchungsrichters Andreas Jenzer und wurde durch den kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei Bern dokumentiert. Vor Ort war auch der Anwalt von Peter Hans Kneubühl.

Das Untersuchungsrichteramt I Berner Jura-Seeland hatte im Nachgang zu den Ereignissen von Anfang September eine Untersuchung wegen mehrfacher versuchter vorsätzlicher Tötung und Gefährdung des Lebens gegen Peter Hans Kneubühl eingeleitet. In diesem Zusammenhang wurden umfangreiche Ermittlungen aufgenommen und zahlreiche Zeugen befragt. Zudem wurden wissenschaftliche Untersuchungen in Auftrag gegeben, deren Resultate teilweise noch ausstehend sind.

Gemäss den bisherigen Ermittlungen hat Kneubühl insgesamt sieben Schüsse in Richtung der Polizeikräfte abgegeben. Ein erstes Mal hatte er bereits am Mittwoch, 8. September 2010, einen Polizisten nur knapp verfehlt. Verschiedene Medien hatten in den vergangenen Tagen spekuliert, dass der Mitarbeitende der Interventionseinheit Enzian in der Nacht auf Donnerstag durch eigene Kräfte verletzt worden sein könnte. Untersuchungsrichter Andreas Jenzer hält dazu fest, dass dies „auf Grund der bisherigen Ermittlungen und Einvernahmen mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann“.

Festzuhalten ist insbesondere, dass anlässlich der Durchsuchung in dessen Haus Munition gefunden worden ist, wie sie auch bei der Jagd eingesetzt wird. Zudem wurden am Domizil von Kneubühl die Verpackungskiste eines Gewehres und die dazugehörige Gebrauchsanleitung gefunden. Kneubühl war im Verlauf der Polizeiaktion ausserdem mehrfach mit einem Gewehr gesehen worden und auch Fotoaufnahmen belegen, dass er im Besitze eines solchen war.

Peter Hans Kneubühl war am 17. September 2010 in gutem gesundheitlichem Zustand in Ried oberhalb von Biel festgenommen worden. Er hatte einige Gegenstände, darunter Schlüssel, bei sich. Bei der Anhaltung hatte er eine leichte Verletzung durch einen Polizeihund erlitten. Nach einer kurzen medizinischen Kontrolle konnte er in das Regionalgefängnis Biel gebracht werden. Dort befindet er sich seit dem Entscheid des Haftgerichtes bis zum heutigen Zeitpunkt.

Die Eruierung der Aufenthaltsorte von Peter Hans Kneubühl während seiner Flucht bildet weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Ebenfalls laufen die Untersuchungen betreffend der durch Peter Hans Kneubühl verwendeten Tatwaffe (Gewehr). Bisher ergaben sich überhaupt keine Anhaltspunkte über deren Verbleib. Dies nicht zuletzt deshalb, weil sich der Verhaftete in keiner Art kooperativ zeigt und jegliche Aussagen dazu verweigert.

Der bei dem Polizeieinsatz verletzte Polizist konnte das Spital verlassen. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes werden keine weiteren Angaben zu seinem Gesundheitszustand gemacht.

Mit dem Abschluss der Voruntersuchung ist in einigen Monaten zu rechnen.

BernBern / 17.11.2010 - 17:03:48