Regierung setzt sich für Tele Top ein
TG. Die Thurgauer Regierung setzt sich für Tele Top ein und empfiehlt dem Bundesrat, die Fernsehkonzession für das Gebiet Zürich - Nordostschweiz an Tele Top zu vergeben.
Der Regierungsrat des Kantons Thurgau empfiehlt dem Bundesrat, die Fernsehkonzession für das Gebiet Zürich – Nordostschweiz an Tele Top zu vergeben. Das schreibt er in seiner Anhörung zuhanden des Bundes. Seiner Meinung nach sprechen vor allem die Verbundenheit mit der Region und die Verlegerunabhängigkeit für Tele Top.
Einleitend zu seiner Stellungnahme hält der Regierungsrat nochmals fest, dass er mit der bereits im vergangenen Sommer entschiedenen Einteilung der Privatfernsehgebiete nicht einverstanden ist. Insbesondere damit, dass nur die beiden Oberthurgauer Bezirke Arbon und Bischofszell zum Gebiet Ostschweiz gehören, der ganze Thurgau wird vom Gebiet Zürich – Nordostschweiz abgedeckt. Er forderte vergeblich, dass der Thurgau als ganzes Überlappungsgebiet der beiden Fernsehregionen sein müsse. Wohl oder übel akzeptiere er die beschlossene Gebietseinteilung, aber gleichzeitig fordert er mittelfristig eine Anpassung der Situation.
Nach eingehenden Gesprächen mit Tele Top wie auch mit seinem Konkurrenten Tele Züri ist der Regierungsrat zum Schluss gekommen, dass der Thurgau mit Tele Top, dem bisherigen Fernsehbetreiber in unserer Region, besser fahre. Der künftige Fernsehbetreiber der Region Zürich – Nordostschweiz, die den ganzen Kanton Zürich und die beiden Kantone Thurgau und Schaffhausen umfasst, hat für die beiden letztgenannten Kantone ein tägliches Fensterprogramm zu produzieren. Diese Fenster werden mit einem jährlichen Beitrag von 1,4 Millionen Franken aus den Gebührengeldern finanziert.
Sowohl was die Länge der Sendezeit dieser Fenster als auch ihre personelle Dotierung betrifft, übertraf das Bewerbungsangebot von Tele Top dasjenige von Tele Züri. Für Tele Top sprach auch die Erfahrung, die es in letzten Jahren mit der Berichterstattung über den Kanton Thurgau sammeln konnte. Wichtig beim Entscheid war für den Regierungsrat auch, dass sich Tele Top beispielsweise im Jubiläumsjahr «200 Jahre Kanton Thurgau» im Jahr 2003 wie auch für die Organisatoren des Eidgenössischen Turnfestes 2007 in Frauenfeld als verlässlicher Medienpartner erwies.
Der Regierungsrat verkennt nicht, dass Tele Züri bei der Entwicklung des Privatfernsehens in der Schweiz eine Pionierrolle zukommt. Die zwar professionelle Art Fernsehen zu machen, werde den Thurgauer Verhältnissen aber insgesamt nicht gerecht, setze Tele Züri doch in erster Linie auf Kontroversen, einfach konsumierbare Happen und auf Personifizierung. Komplexere politische Themen hätten jedoch weniger Chancen, abgebildet zu werden. Ferner ist der Regierungsrat der Ansicht, dass die von Tele Züri gepflegte Aus- und Inlandberichterstattung auf Kosten der Regionalberichterstattung gehe, und ausserdem sei die Ausland- und Inlandberichterstattung keine Kernaufgabe eines Regionalsenders sondern des Schweizer Fernsehens.
Zu diesem Punkt der Voraussetzungen trage die Bewerbung von Tele Top eindeutig mehr bei. Das verlegerunabhängige Tele Top ist eine Bereicherung für die Angebotsvielfalt zwischen Tele Züri im Westen und Tele Ostschweiz im Osten. Gehört doch Tele Züri zur Tamedia AG, die nicht nur im Raum Zürich über eine sehr starke Stellung im Markt verfügt. Zudem ist der Regierungsrat der Überzeugung, dass im mit Abstand grössten Versorgungsgebiet Zürich – Nordostschweiz Platz sowohl für einen TV-Anbieter mit als auch für einen ohne Konzession ist.
Für das Gebiet Ostschweiz empfiehlt der Regierungsrat, die Konzession an Tele Ostschweiz zu vergeben. Aus seiner Sicht sprechen vor allem die langjährige Erfahrung dieses Fernsehanbieters und seine gute Verankerung in der Ostschweiz für eine Vergabe an Tele Ostschweiz. Positiv wertet der Regierungsrat auch die gute Zusammenarbeit zwischen Tele Ostschweiz und dem aktiven und im ganzen Kanton Thurgau beliebten Tele D (Diessenhofen), die nach einer allfälligen Konzessionsvergabe noch intensiviert werden soll.
Da dem Gebiet Ostschweiz lediglich die beiden Oberthurgauer Bezirke Arbon und Bischofszell zugeschlagen sind, verlangt der Regierungsrat, dass dem künftigen Betreiber dieses Gebietes Auflagen bezüglich der Berichterstattung aus diesen beiden Bezirken gemacht werden. Die Bewerbung von Tele Säntis für das Gebiet Ostschweiz hält der Regierungsrat für zu wenig ausgereift.



























