Regierung nimmt Stellung zum Mangel an Pflegekräften
Frauenfeld/TG. Der Mangel an Pflegekräften könne nicht mit dringlichen Massnahmen angegangen werden, schreibt die Thurgauer Regierung in ihrer Antwort auf eine einfache Anfrage.
Zunächst brauche es klare Erkenntnisse über die Gründe des Mangels. Barbara Kern (SP), Kantonsrätin und selbst Pflegefachfrau, wollte unter anderem wissen, ob die Regierung bereit sei, in Massnahmen zur Ausbildung und Förderung des Berufs zu investieren.
Aufschlüsse über die Gründe für den Fachkräftemangel und mögliche Massnahmen zur Behebung erwartet sich die Regierung vom nationalen Versorgungsbericht, der zurzeit erstellt wird. Über die Information der Öffentlichkeit will die Regierung entscheiden, wenn der Bericht vorliegt.
Mehr Ausbildungsplätze
Grundsätzlich seien die Lohnbedingungen in Gesundheitsberufen nicht schlecht, findet die Regierung. So verdient eine frisch diplomierte Pflegefachfrau ohne Zuschläge rund 5300 Franken. Allerdings bedeute der tägliche Umgang mit Krankheit, Alter und Sterben eine grosse Belastung, der nicht alle
Berufstätigen über Jahre gewachsen seien.
Die Anzahl der Ausbildungsplätze sei bereits deutlich erhöht worden. Zurzeit werden 242 Personen zu Fachangestellten Gesundheit ausgebildet. 180 Personen absolvieren 2009 ihre Ausbildung an der Höheren Fachschule für Gesundheit. Zum ersten Mal zeichnet sich nun jedoch ab, dass die Ausbildungsplätze im neuen
Schuljahr nur schwer besetzt werden können. Daher sollen Absolventen einer kaufmännischen Grundausbildung zu einer Ausbildung im Gesundheitswesen animiert werden.
Ausserdem bietet das Bildungszentrum für Gesundheit Weinfelden (BfG) Weiterbildungskurse für Personen mit einem Fachausweis des Schweizerischen Roten Kreuzes zum Diplomniveau 1 an. Zwischen 2007 und 2011 nutzen 138 Personendieses Angebot.
Der Kanton beteiligt sich an der Finanzierung der Aus- und Weiterbildung von Pflegekräften sowie an der Werbung für Gesundheitsberufe. Der Beitrag für Werbung beträgt 70 000 Fr. und der Beitrag an die Geschäftsstelle Interessengemeinschaft für die Berufe des Gesundheitswesen 25 000 Fr. jährlich.