Regierung gegen Verbot der Hasenjagd
Frauenfeld. Der Feldhase soll im Thurgau nicht unter Schutz gestellt werden. Die Kantonsregierung lehnt eine entsprechende Petition des thurgauischen Tierschutzverbandes ab.
Der Feldhase sei im Thurgau nach wie vor stark verbreitet.
Die Kantonsregierung konstatiert in ihrer Antwort auf die Petition zudem, der Feldhasenbestand im Kanton nehme in den letzten Jahren sogar zu. Er habe 2008 mit 5,6 Hasen auf 100 Hektaren Feldfläche den höchsten Wert seit 1996 erreicht.
Der Hase solle grundsätzlich jagdbar bleiben. Er stehe zwar auf der Liste der gefährdeten Tierarten, sei aber nicht vom Aussterben bedroht. Zudem hätten wissenschaftliche Studien gezeigt, dass die Jagd kaum Einflüsse auf die Grösse der Hasenpopulation habe.
Kommission kontra Initiative
Damit stellt sich die Regierung nicht nur gegen das Anliegen der Petition, sondern auch gegen eine kürzlich lancierte Volksinitiative von Tierschutzverband, Pro Natura und WWF Bodensee/Thurgau. Die Initiative will die Jagd auf Feldhasen ganzjährig verbieten.
Die Kantonsregierung dagegen will eine Kommission einsetzen, die klären soll, wie den Feldhasen durch eine Aufwertung ihres Lebensraums geholfen werden könne. Die Tierart sei nämlich vor allem durch die Überbauung der Kulturlandschaft und die Intensiv-Landwirtschaft gefährdet.
Zuwarten mit Arbeitsgruppe
Allerdings will die Regierung diese Arbeitsgruppe erst einsetzen, wenn über die Volksinitiative entschieden ist. In Solothurn und im Aargau sind Initiativen mit dem gleichen Ziel in früheren Jahren in der Volksabstimmung gescheitert.
Im Thurgau gibt es laut Regierungsrat seit 1991 bis 2007 zwischen 650 und 1000 Feldhasen. Von diesen werden jährlich durchschnittlich 44 Tiere geschossen. In den 1990-er Jahren waren es noch jährlich etwa 70 Tiere, die von den Jägern erlegt wurden. Auf den Strassen kamen immer zwischen 38 und 44 Hasen um.



























