Rechtsextreme rufen zu illegaler Demonstration auf
Appenzell. Am Samstag kommt es möglicherweise doch zu einer Demo gegen Kinderschänder.
Rechtsextreme mobilisieren trotz Verbots für die Demonstration. Der Innerrhoder Polizeidirektor Melchior Looser will bei Krawallen «drastisch durchgreifen».
Verschiedene rechtsextreme Gruppierungen rufen im Internet für Samstag, 9. Oktober, zu einer «Demonstration gegen Kinderschänder und gegen Gewalt an Kindern» in Appenzell auf. Die Teilnehmer sollen sich unweit des Ortes versammeln, wo am 31. Juli die fünfeinhalbjährige Ylenia entführt worden war.
Trauerarbeit um Ylenia nicht stören
Mit dem erneuten Demonstrationsaufruf ignorieren die Veranstalter ein Verbot der Behörden. Der Bezirksrat Appenzell hatte am 19. September die Bewilligung für eine auf Samstag angesetzte Demonstration gegen Kinderschänder widerrufen, da «auf mehreren, offenbar rechtsextremen Internetseiten zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen wurde».
Nach Ansicht der Appenzeller Behörden wäre es zudem unpassend, die Angehörigen von Ylenia in ihrer Trauerarbeit zu stören. Am 26. September hatten 600 Menschen in der evangelischen Kirche von Appenzell von dem getöteten Mädchen Abschied genommen.
Polizei ist vorbereitet
Die Krawalle vom Samstag auf dem Berner Bundesplatz haben auch bei den Innerrhoder Behörden ihre Spuren hinterlassen. «Man hat gesehen, dass die Gewaltbereitschaft grösser geworden ist», sagte der Innerrhoder Justiz- und Polizeidirektor Melchior Looser am Dienstag gegenüber Radio DRS.
Die Polizei sei auf die illegale Kundgebung vorbereitet. Ob Verstärkung beim Ostschweizer Polizeikonkordat angefordert worden ist, wollte weder Looser noch der Kommandant der Innerrhoder Kantonspolizei, Andreas Künzle, sagen. Komme es zu Ausschreitungen, werde er «drastisch durchgreifen», sagte Looser am Radio.
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