Rasche Erstversorgung rettet Leben
Appenzell. Im Spital wurde der Defibrilator ausgebaut. Damit kann die Behandlung von Herz-Notfall-Patienten optimiert werden.
Die Anforderungen an das Rettungswesen sind in den vergangenen Jahren allgemein stark gestiegen. Dem wird auch in Appenzell Innerrhoden Rechnung getragen. So wurde der Defibrilator ausgebaut, womit die Behandlung von Herz-Notfall-Patienten optimiert werden konnte.
Seit dem 1. März 2000 wird der Rettungsdienst des Kantons Appenzell Innerrhoden gemeinsam durch die Kantonspolizei und das Kantonale Spital gewährleistet. Die Polizei stellt den Fahrer, das Spital die medizinische Fachperson. Eine rasche Erstversorgung des Patienten und die richtige Auswahl des Zielspitals hilft Leben zu retten.
Gute Zusammenarbeit der Rettungskräfte
Die Hauptziele im Rettungsdienst – nämlich Leben zu retten, Folgeschäden zu vermeiden und Schmerzen zu lindern – dürfen von den Rettungsdienstmitarbeitern nie aus den Augen gelassen werden. Ein weiterer, anspruchsvoller Aspekt besteht darin, die Hilfeleistung auch noch in einer angemessenen Zeit zu gewährleisten. Die enge und ebenso gute Zusammenarbeit mit den ansässigen Notfallärzten, der Flugrettung, den Partner-Rettungsdiensten, den Feuerwehren, der Alpinen Rettung Schweiz und der Polizei tragen zur Qualität der Arbeit des Rettungsdienstes Appenzell bei. Ein ebenso wichtiger Punkt ist die ständige Fortbildung des Personals.
Wenn die Zeit drängt
Der Rettungsdienst Appenzell fährt hauptsächlich vier Zielspitäler an. Das Spital Appenzell kann meistens innerhalb von fünf bis zehn Minuten erreicht werden. Zum Kantonalen Spital Herisau, zum Kantonsspital St. Gallen und Kinderspital St. Gallen werden jedoch bereits 20 bis 30 Minuten Fahrzeit benötigt. Bei prekären Wetterbedingungen, wie Schnee und Eis, kann dies aber nochmals länger dauern. Die Flugrettung kann bei schlechten Verhältnissen häufig auch nicht zum Einsatz gelangen, was für einen Patienten in einer lebensbedrohlichen Situation wiederum eine längere Fahrzeit bedeutet.
Schneller reagieren können
Zeit ist ein Faktor, gegen den die Rettungskräfte immer wieder zu kämpfen haben. Denn, im Rettungswesen kann keine Zeit gewonnen, sondern nur verloren werden. So ist es für die Rettungskräfte äusserst wichtig, über eine optimale Ausrüstung zu verfügen. Bei Herz-Kreislauf-Problemen ist der Defibrilator ein wichtiges Hilfsmittel. Dabei handelt es sich um einen Apparat, mit dem ein Herzkammerflimmern durch Stromstösse beseitigt werden kann. Um die richtige Auswahl des Zielspitals bei diesen Patienten zu erleichtern, stellte das Gesundheitsdepartement des Kantons Appenzell Innerrhoden einen namhaften Betrag zur Verfügung, um den Defibrilator auszubauen.
Das neu über 12 Ableitungen verfügende EKG (Elektrokardiogramm) ermöglicht es dem Arzt, schon am Einsatzort ein genaues Bild über die Probleme am Herzen zu gewinnen. Weiter hat er die Möglichkeit, dieses EKG-Bild zum Beispiel dem Dienstarzt der Medizinischen Intensivstation am Kantonsspital St. Gallen zu faxen. Dieser kann das EKG vor Eintreffen des Patienten analysieren, mit dem Arzt vor Ort Rücksprache halten und allenfalls schon nötige personelle Schritte einleiten. Trifft der Patient im Zielspital ein, findet er ein gut informiertes und organisiertes Notfall-Team vor. Somit kann für den Notfallpatienten vielleicht nicht nur Zeit verloren, sondern doch wieder gewonnen werden.



























