Projektabschluss: «Bauspini» am Bödelisteg
Appenzell/AI. Vernetzungsprojekt «Jugendliche bauen Brücken» zeitgerecht am Ziel
Während Wochen wurde im Bödeli zwischen Sonennhalb und Warth in Etappen am neuen Steg über den Weissbach gebaut. Am Freitagabend trafen sich vierzig Direktbeteiligte und im Hintergrund Tätige zur Bauspini, welche der Bezirk Schwende offensichtlich gern ausrichtete.
Zwei Dutzend Jugendliche, dazu Baufachleute, Lehrmeister, die Mitglieder der eigens gebildeten Fachkommission und Mitglieder des Bezirksrates Schwende trafen sich nach der Arbeit zur gemeinsamen Abschlussfeier. Ein solides Armeezelt diente als Festhütte; gereicht wurde ein währschaftes Abendessen, das Philipp Fässler mit seinen Lehrlingen bereit gestellt hatte.
Und genau dieser Aspekt war Kern des Projektes «Lehrlinge bauen Brücken», wie Silvil Breitenmoser, Leiter des Amtes für Berufsbildung AI, vor den Versammelten referierte. Man habe erreichen wollen, dass Lernende aus verschiedenen Berufen sich am Brückebau beteiligen – egal in welcher Art. Die Sorge für das leibliche Wohl aller «Chrampfer» war also durchaus als Teil des Projektes zu sehen.
Bedeutendes, filigranes Werk
Heidi Buchmann, Frau Bezirkshauptmann des Bezirks Schwende, lobte das Werk der Jugendlichen, aber auch die seriöse Begleitung durch Fachleute aller Berufssparten. Sie alle hätten sich von Anfang an «freudvoll auf die Socken gemacht». Spannende Ideen und Pläne seien eingereicht worden, und die Fachkommission habe sich schwer getan bei der Auswahl des zu realisierenden Stegs. Letzlich habe man bedauert, nur einen der skizzierten Übergänge realisieren zu können. Bei der Auswahl habe der Hauptnutzen für die Lehrlinge den Ausschlag gegeben. Sie sollten möglichst viel selber erledigen können.
Das hätten sie letztlich getan, bei Wind und Wetter, ungemein zielstrebig und mit grosser Sorgfalt und Umsicht. Wer nicht mit Werkzeug hantiert habe, sei in der Administration, in Logistik oder Verpflegung aktiv gewesen und habe dem Gesamtzweck auf diesem Weg gedient. Das Resultat sei greifbar: ein bedeutender, filigraner Brückenschlag, der lange Bestand haben werde. «Ihr könnt stolz sein auf eure Arbeit», rief Buchmann den jungen Leuten zu und bat sie herzlich zu Tisch.
Rückblende
Bezirksrat Sepp Manser, der Initiant des Projektes, fasste kurz dessen Eckpunkte zusammen. Vor fünfzehn Monaten habe er zusammen mit Ratskollege Sepp Fässler auf dem alten Steg die Projektidee entworfen. Silvio Breitenmoser sei schnell mit ins Boot gestiegen, und der Erziehungsdirektor habe Anschubhilfe gewährt. Bereits am 10. Dezember 2008 konnten Baufachleute mit der Idee vertraut gemacht werden, und spontan meldeten sich einige zum Mittun an. Bis Ende Februar waren Projekte einzureichen. Am Ende hatte die Fachkommission die Qual der Wahl. «Wir hätten zehn Brücken bauen können, teilweise nach perfekt ausgearbeiteten Plänen», lobte Manser.
Die Bezirksgemeinde von 3. Mai 2009 bewilligte den erforderlichen Kredit für das favorisierte Modell, die Baubewilligung lag Mitte Juni vor. Am 23. September wurde mit der Bauinstallation begonnen. Kanpp einen Monat später war der solide Steg montiert. Nur letzte Umgebungsarbeiten müssen noch erledigt werden. Das Ziel ist erreicht.
Damit der Funke überspringt
Silvio Breitenmoser stellte das gemeinsame Tun in einen grösseren Zusammenhang. In der Berufswelt seien vermehrt so genannte Soft Skills gefragt, das heisst Kompetenzen, die man nicht aus dem Lehrbuch holen, sondern aktiv erarbeiten muss: Selbst-, Methoden- und Fachkompetenz, die Fähigkeit, aufeinander zuzugehen und gemeinsam Lösungsstrategien zu entwickeln. Das Projekt sei ein Tummelfeld für solche Lernschritte gewesen, nicht zuletzt dank aller Lehrmeister, die so manches Berufsgeheimnis mit den Lernenden teilten.
Heidi Buchmann dankte überschwänglich allen Beteiligten, den Sponsoren und den Betrieben, die mit Arbeitsleistung, Geldmitteln, Material oder Bereitstellung von Knowhow zum guten Gelingen beigetragen haben.
Das Werk wird mit zwei «Denkmälern» geadelt: Es wird eine Inschrift angebracht, die an das Werden des Stegs erinnert, und eine Dokumentation in Text und Bild, geschaffen von einer Lernenden, wird auf der nächsten Freizeitarbeitenausstellung präsentiert.



























