• Aargau
  • Appenzell Ausserrhoden
  • Appenzell Innerrhoden
  • Basel-Landschaft
  • Basel-Stadt
  • Bern
  • Freiburg
  • Genf
  • Glarus
  • Graubünden
  • Jura
  • Luzern
  • Neuenburg
  • Nidwalden
  • Obwalden
  • Schaffhausen
  • Schwyz
  • Solothurn
  • St.Gallen
  • Stadt Winterthur
  • Stadt Zürich
  • Tessin
  • Thurgau
  • Uri
  • Waadt
  • Wallis
  • Zug
  • Zürich

Professoraler Unsinn

Vor kurzem fand eine Veranstaltung zum Thema Bildung statt. Mit dabei waren Lehrkräfte, Behördenmitglieder und Elternvertretungen. Da ich nichts von allem bin, war ich natürlich nicht eingeladen.

Mich interessiert das Thema aber, und ich habe meine Nichte, die Evi, gebeten, mir die Rede des schlauen Herrn aus dem Internet auszudrucken, aber es waren 17 Seiten, und ich will ja nicht gleich den brasilianischen Regenwald abholzen lassen, nur um ein Referat nachzulesen. Ich möchte nur wissen, wer dem Zürcher 17 Seiten lang zugehört hat. Warum können eigentlich gerade die bestgebildeten Leute sich nie kurz fassen?

Aber wie dem auch sei: Eigentlich reicht mir ja die Kurzzusammenfassung, um zu wissen, dass ich gar nicht mehr wissen möchte. Die Medien sind also hysterisch und damit schuld, wenn von steigender Jugendgewalt die Rede ist? Ich frage mich, wie ein studierter Mann so einen Unsinn erzählen kann. Ich kann doch heute an einem Pausenplatz vorbeilaufen oder mit einem Lehrer sprechen und mich danach daran erinnern, wie es zu meiner Zeit war und danach einfach einen Vergleich ziehen.

Mag sein, dass die Zeitungen heute mehr über Gewaltfälle schreiben als früher, aber damit sie das tun können, muss sich ja zuerst auch so ein Fall ereignen, oder? Und wir hatten nun einmal früher keine marodierenden Jugendbanden, die sich irgendwo getroffen haben, um loszuziehen und einen anderen grundlos zu verdreschen. Das gab es einfach nicht, werter Herr Professor, und wenn Ihre Studien das Gegenteil behaupten, dann wurden hier für das Papier wieder einige Bäume sinnlos abgeholzt.

Ich wünsche mir mal eine Konferenz, in der Leute das Sagen haben, die das, was es angeblich nicht gibt, am eigenen Leib erlebt haben. Die wissen, wovon sie sprechen. Die keine Statistiken und Untersuchungen zitieren, sondern einfach erzählen, was passiert ist. Keine Studierten, sondern Leute von der Strasse. Aber dann, ja dann, wären die Professoren arbeitslos. Und das darf ja auch nicht sein.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 23.09.2007 - 09:18:00