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Produktionsstandort Schweiz gestärkt

Dank mehr Neugründungen und einer Abnahme der Löschungen kann im Sektor Industrie/Gewerbe das grösste Nettowachstum aller grossen Sektoren verzeichnet werden.

Ein möglicher Grund für das Wachstum ist sicherlich der exportfreundliche Frankenkurs gegenüber dem Euro. Der Anteil der Neugründungen im Tertiären Sektor (Dienstleistungen und Handel) sinkt 2007 gegenüber dem Vorjahr um 0.5%-Punkte auf 66.8%.

Das Nettowachstum im Bereich Dienstleistungen steigt von 2’537 im 2006 auf 3’211 Betriebe im laufenden Jahr an.

Sektor Bau
Der Sektor Bau kann 2007 +8.9% oder 298 Neugründungen mehr als im gleichen Zeitraum 2006 verzeichnen. Die Löschungen bleiben auf dem Niveau des Vorjahres. Das Nettowachstum steigt daher mit 22.4% deutlich an. Positiv darf der Rückgang der Firmenkonkurse um 3.7% festgestellt werden. Im Bereich Bau fällt vor allem die Entwicklung im Bereich Zimmerei, Dachdeckerei, Bauspenglerei, Abdichtungen auf: Die Neueintragungen sinken um 4.5%, gleichzeitig steigen die Löschungen um deutliche 24.1% an. Das Nettowachstum sinkt in der Folge um 47.9%. Die Firmenkonkurse steigen von 24 auf 42 Eröffnungen (+75.0%).

Im Gegensatz dazu profitiert der Handel mit Baumaterialen und Heimwerkerbedarf am deutlichsten von der positiven Entwicklung der Wirtschaft in der Schweiz (Nettowachstum +130.8%). Die Immobilienfirmen legen mit einem Plus von 54.3% ebenfalls überdurchschnittlich zu. Bei den Baugeschäfte inkl. Hoch- + Tiefbau wächst das Nettowachstum um 5.9%. Die Firmenkonkurse bleiben auf dem Niveau des Vorjahres. Bei den Konkursen fallen – entgegen der Gesamtenwicklung in der Schweiz – die Zunahmen im Bereich Fussboden-, Fliesen- + Plattenlegerei (+15.0%) und Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsinstallationen (+10.8%) auf.

Sektor Industrie und verarbeitendes Gewerbe
In diesem Sektor stehen 9.4% mehr Neugründungen einer Abnahme der Löschungen von 7.7% gegenüber: Das Nettowachstum legt damit um 71.1% von 301 Betriebe im 1. Semester 2006 auf 515 im laufenden Jahr zu. Der Rückgang der Firmenkonkurse fällt mit 14.5% sehr deutlich aus. Es ist der grösste Rückgang an Konkursen in einem Sektor! Zu den Gewinnern gehören die Bereiche Herstellung von elektronischen, medizinischen und optischen Geräten: Netto ist hier eine Zunahme von 144.0% zu verzeichnen; ein Spitzenwert über alle Branchen! Auch in absoluten Zahlen sind die netto 122 neuen Unternehmen beeindruckend.

Die Schweiz gewinnt als Produktionsstandort für Hightech- und Präzisionsgeräten an Bedeutung. Bei der Holzbearbeitung steigen die Neueintragungen lediglich um 6.9%. Die Löschungen sinken mit -24.0% sehr deutlich. Das Nettowachstum steigt von 31 Firmen im 2006 auf 73 im ersten Halbjahr 2007 an (+135.5%). Die Uhrenindustrie verzeichnet eine Abnahme der Neugründungen von 21.7%. Das Niveau der Löschungen liegt im Bereich des Vorjahres. Logische Konsequenz: Das Nettowachstum sinkt um 41.2%. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei der Herstellung von Textilien, Bekleidung, Lederwaren und Schuhen: Abnahme der Neueintragungen (-12.9%) und der Löschungen (-7.7%) lassen das Nettowachstum um 40.0% sinken.

Sektor Dienstleistungen
Bei den Dienstleistungen steigen die Neugründungen um 9.4% an. Zusammen mit der Industrie wird hier der höchste prozentuale Zuwachs verzeichnet. Die Löschungen steigen um ein knappes Prozent an. Das Nettowachstum liegt mit +26.6% über dem schweizerischen Mittel von gut 20%. Als einziger der grossen Sektoren kann von der Abnahme der Pleiten nicht profitiert werden. Die Konkurse steigen gegenüber der Vorjahresperiode um 0.6%. Die Entwicklung im Gastgewerbe zeigt weniger Neugründungen und weniger Löschungen. Insgesamt sinkt das Nettowachstum um 12.3%. Die Zahl der Konkurseröffnungen liegt auf dem Niveau des Vorjahres. Betrachten wir die Restaurants und Hotels separat: 7.0% weniger neue Restaurants, 7.1% weniger Löschungen ergibt eine Abnahme des Nettowachstums von 263 auf 245 Restaurants/Caterer (-6.8%). Die Konkurse steigen minim um 3.4%. Ein ganz anderes Bild präsentiert sich bei den Hotels: Das Niveau der Neugründungen des ersten Halbjahres 2006 kann im laufenden Jahr gehalten werden.

Die Löschungen steigen deutlich um 16.7%. Das Nettowachstum sinkt gegenüber dem Vorjahr um 42.6%. Positiv ist der deutliche Rückgang der Pleiten um 35.3%! Das grösste Nettowachstum mit +103.0% kann im Bereich Personal- und Stellenvermittlung gemeldet werden. Bei gleichviel Löschungen steigen die Neugründungen um mehr als 50% an. Hochkonjunktur haben ebenfalls die Detektivbüros und Überwachungen: In diesem Bereich steigt das Nettowachstum gegenüber dem Vorjahr um 54.2%. Ansteigend sind aber auch die Anzahl Pleiten: +31.3%! Die Unternehmensberatungen nehmen netto von 203 im ersten Semester 2006 auf 298 Betriebe zu (+46.8%). Gleichzeitig steigen aber auch die Konkurseröffnungen um 33.3% an. Ein deutliches Nettozuwachs ist ebenfalls im Bereich Treuhand (+30.3%) festzustellen: Auch hier steigt die Anzahl Pleiten. In der EDV steigt das Nettowachstum um 30.7% an. Die Pleiten sind rückläufig (-12.8%). Die Schweiz – ein Land von Beratern und Dienstleistern?

Sektor Handel
Das Niveau des Vorjahres bei den Neugründungen kann knapp nicht gehalten werden (-0.7%). Die Zahl der Löschungen liegt leicht über den Werten des Vorjahres. Logische Konsequenz: Das Nettowachstum sinkt im Vergleich zum ersten Semester 2006 um 8.8%. Die Pleiten sinken von 598 im 2006 auf 543 im 2007 (-9.2%). Damit kann die zweitgrösste Abnahme der Konkurse hinter der Industrie vermeldet werden!

• Mehr Neugründungen und rückläufige Werte bei den Löschungen bereiten dem Bereich Nahrungsmittel, Getränke, Tabak eine Nettozunahme von 65.5%. Die Konkurseröffnungen sinken um knapp 9%. Ein Teil dieser Entwicklung ist sicherlich auf die Tankstellenshops zurückzuführen, die landauf landab wie Pilze aus dem Boden schiessen.

• Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich im Bereich Textilien, Bekleidung, Schuhe: Ein leichter Anstieg der Neugründungen steht einer leichten Abnahme der Löschungen gegenüber. Das Nettowachstum steigt um 21.6% an. Die Pleiten sinken gegenüber dem Vorjahr deutlich um 23.3%.

• Anders beim Verkauf von elektr. Haushaltgeräten, Radio und TV: 10.4% weniger Neueintragungen und eine Zunahme der Löschungen um 6.7% lassen das Nettowachstum um 66.4% auf 37 Betriebe netto sinken. Die publizierten Konkurseröffnungen steigen um knapp 33% an. Wirkt sich hier der Preisdruck der Discounter aus? Können die kleinen Betriebe im unteren Preissegment nicht mehr mithalten?

• Auffallend die Entwicklung im Bereich Möbel, Wohnbedarf, Teppiche: 25.0% mehr Neugründungen bei etwas mehr Löschungen im Vorjahr lassen das Nettowachstum von 7 Betrieben im ersten Halbjahr 2006 auf 40 im 2007 steigen. Die Pleiten sinken um knapp 23%.

• Im Autogewerbe bleibt das Nettowachstum auf dem Niveau des Vorjahres (+220 Betriebe). Gleichzeit sinken die Konkurse von 104 im 2006 auf 90 Unternehmen im laufenden Jahr (-13.5 %).

Entwicklung ausgewählter Branchen 1. Semester 1997 – 2007
Creditreform vergleicht hier die Entwicklung ausgesuchter Branchen während der ersten sechs Monate ab 1997. Einander gegenüber gestellt werden das Nettowachstum – als aussagekräftigster Wert – und die Firmenkonkurse. Verfolgen Sie die Veränderungen folgender Branchen:

• Baugeschäfte, Hoch- und Tiefbau

• Gastgewerbe

• Reisebüros

• EDV

• Autogewerbe

• Sektor Industrie

Baugeschäfte, Hoch- und Tiefbau
Nachdem im 2003 das Nettowachstum beinahe den Nullpunkt erreichte, steigt es seither kontinuierlich an und erreicht per 30.06.2007 mit 214 Betrieben den höchsten Wert. Die Zahl der Pleiten bleibt auf dem Niveau des Vorjahres. Die Spanne zwischen Nettowachstum und Konkursen war noch nie so gross wie per Mitte 2007. Eine positive Entwicklung!

Gastgewerbe
Seit 2005 liegt die Zahl der Konkurseröffnungen über derjenigen des Nettowachstums. Negativ muss angemerkt werden, dass sich die Schere zwischen Nettowachstum und Firmenkonkurse im ersten Halbjahr weiter zum Negativen hin geöffnet hat.

Reisebüros
Nach den Erfolgsjahren Ende der 90er Jahre und Anfang des neuen Jahrtausends folgte der tiefe Fall 2003. Seither lag die Zahl der Pleiten über derjenigen des Nettowachstums. 2007 liegt das Nettowachstum erstmals wieder knapp über der Anzahl der Konkurseröffnungen.

EDV
Das Fall des Nettowachstums von 1’096 Neueintragungen im Jahr 2000 auf 277 im 2005 scheint gestoppt. Die Zahl der Konkurseröffnungen ist seit den hohen Werten aus dem Jahre 2004 weiter rückläufig.

Autogewerbe
Die Pleiten sind seit dem Rekordwert des Jahres 2004 rückläufig. Das Nettowachstum hat sich auf relativ hohem Niveau eingependelt.

Sektor Industrie
Seit Mitte 2005, als die Pleiten zahlenmässig höher ausfielen als das Nettowachstum, hat sich die Nettozunahme von 129 im 2005 auf 515 im laufenden Jahr erholt. Die Konkurseröffnungen sind seit 2003 rückläufig.

Neueintragungen und Löschungen SHAB

Neueintragungen
Mit 3’296 Neugründungen gemäss SHAB im Juli 2007 wird gegenüber dem gleichen Monat 2006 ein Plus von 10.9% erreicht. Bis 31.07. wurden bereits 21’799 neu gegründete Firmen in der Schweiz ins Handelsregister eingetragen. Der Vergleich mit der gleichen Zeitspanne 2006 fällt positiv aus: +7.3% mehr Neueintragungen. Damit wird der bisherige Rekordwert des Jahres 2004 mit 20’558 Neugründungen um deutliche 6% überschritten. 2007 wird ein gutes Jahr für die Schweizer Wirtschaft!

Löschungen
Mit 2’184 Firmenlöschungen im Juli 2007 wird der Vorjahreswert um mehr als 10% unterschritten! Nach sieben Monaten im Jahr 2007 liegt die Zahl der Löschungen 1,3% unter den Werten von 2006. Damit werden die hohen Zahlen der Jahre 2004 bis 2006 nicht mehr erreicht.

Nettowachstum
Das Nettowachstum fällt im Juli 2007 – dank mehr Neugründungen und weniger Löschungen – mehr als doppelt so hoch aus als im gleichen Monat 2006. Per 31.07.2007 liegt das Nettowachstum in der Schweiz auf Rekordniveau! Noch nie blieben in den ersten sieben Monaten eines Jahres netto so viele Firmen übrig wie in diesem Jahr. Mit 7’722 Nettowachstum wird der Vorjahreswert um 27.8% übertroffen.

Entwicklungen in den Regionen
Das Tessin kann trotz mehr Löschungen die grösste prozentuale Steigerung des Nettowachstums vorweisen. Die deutliche Zunahme der Neugründungen ist die Basis für diese Zunahme. Grosse Zunahmen des Nettowachstums sind auch aus den Regionen Zentral- und Westschweiz festzustellen. Beide Regionen profitieren von der Abnahme publizierter Löschungen. Zürich und Bern weisen mit 12.2% resp. 12.3% die kleinsten Zuwachswerte aus. Die – gegenüber andern Regionen – kleineren Prozentzunahmen der Neugründungen sind hier der Auslöser. In Bern kommt zusätzlich die grössere Anzahl an Löschungen hinzu.

Firmen- und Privatkonkurse gemäss SHAB

Firmenkonkurse
347 Firmenkonkurse im Juli 2007 bedeuten gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 12.2%. Vom 01.01. bis 31.07.2007 gingen 2’599 Betriebe Pleite – 5.4% weniger als im Vorjahr. Damit ergibt sich der tiefste Wert per Ende Juli seit 2002. Die positive Entwicklung hält sicherlich auch in den nächsten Monaten an, da die konjunkturellen Aussichten weiterhin als gut bezeichnet werden.

Privatkonkurse
Im Juli 2007 wurde über 513 Privatpersonen Konkurse eröffnet. Damit wird der Wert des gleichen Monats des Vorjahres um 2.2% übertroffen. Per Ende Juli 2007 sind 3’684 Personen von der Insolvenz betroffen; 7,3% mehr als im Vorjahr. Damit setzt sich der negative Trend bei den Privaten weiterhin fort. Noch nie in der Geschichte der Schweiz wurden in den ersten sieben Monaten eines Jahres so viele Privatpleiten angemeldet. Eine Entwicklung, die erschüttert. Worin liegen die Gründe, dass sich die Zahl der Privatkonkurse trotz anhaltend guter Wirtschaftslage nicht reduziert? Sind es gesellschaftliche Ursachen, welche Personen über ihre finanziellen Verhältnisse leben lässt oder gibt es ein grundsätzliches Problem bei den Sozialwerken?

Totalkonkurse
Die Zahl aller Konkurse in der Schweiz liegt mit 6’283 Eröffnungen 1.7% über den Werten des Vorjahres. Diese nur kleine Zunahme ist hauptsächlich der Abnahme der Firmenpleiten zu verdanken. Gleichzeitig darf jedoch nicht ausser Acht gelassen werden, dass – aufgrund der vielen Privatkonkurse! – die Zahl der Konkurseröffnungen die höchste per Ende eines Monates Juli ist, die in der Schweiz je ausgewertet wurde.

Entwicklungen in den Regionen
Von der Abnahme der Firmenkonkurse profitieren die Regionen Ost-, Westschweiz und Zürich. Hier liegt der Rückgang deutlich über dem schweizerischen Mittelwert von -5.4%. Bern fällt mit einer Zunahme von 5.8% negativ auf. Nur gerade im Kanton Zürich sind weniger Privatkonkurse zu verzeichnen. Die Westschweiz liegt mit 2.5% über den Werten des Vorjahres. Für alle übrigen Regionen müssen Zunahmen von 11.1% bis 23.5% (Tessin) gemeldet werden. Es ist zu hoffen, dass sich dieser Trend nicht weiter fortsetzt!

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 12.08.2007 - 16:02:00