Produktion von Solarstrom fördern
Herisau. Ausserrhoden soll in die energiepolitische Challenge League aufsteigen und die Produktion von Solarstrom steuerlich begünstigen.
Das verlangt eine Motion des Vizepräsidenten des Kantonsrats, Gilgian Leuzinger (FDP, Gais).
Der Bund äufnet einen Fonds: Auf dem normalen Strom wird ein Zuschlag von 0,6 Rappen pro Kilowattstunde erhoben. Das ergibt 320 Millionen Franken pro Jahr zur Förderung des grünen Stroms.
Vom 1. Mai an können sich Personen, die Photovoltaik-Projekte planen, für Förderbeiträge anmelden. Das Bundesamt für Energie (BAE) erwartet einen wahren Run, wie ein Sprecher des BAE sagte.
Wer zu spät kommt, geht leer aus
Die Motion wird am 5. Mai im Ausserrhoder Kantonsrat behandelt. Die Regierung will noch in diesem Jahr ein Energiekonzept erarbeiten. Der Fonds des Bundes ist nicht unendlich gross: Ist er ausgeschöpft, kommt ein Anlagebetreiber, trotz getätigter Investitionen, nicht mehr in den Genuss der Vergütung, wie Leuzinger feststellt.
Bei der direkten Bundessteuer können Investitionen zur Nutzung erneuerbarer Energien vom Einkommen abgezogen werden. Ausser den Kantonen Graubünden, Luzern und Ausserrhoden haben alle andern Kantone ebenfalls steuerliche Förderungen eingeführt, die mindestens der Bundeslösung entsprechen.
In den Kantonen St. Gallen und Innerrhoden sind Investitionen bereits nach zwei Jahren zu 100 Prozent abzugsberechtigt. Viele Kantone verfügen zudem über spezielle Förderprogramme.
Speziell erwähnt Leuzinger das Programm des Kantons Thurgau: Dieses geht auf die Unsicherheit bei der Bundesförderung ein und gelangt subsidiär zu Anwendung. Das bedeutet grössere wirtschaftliche Sicherheit für Investitionen in Photovoltaikanlagen.
Bei der Vorstellung dieses Programms sprach der Thurgauer Volkswirtschaftsdirektor Kaspar Schläpfer vom Aufstieg des Thurgaus in die energiepolitische Champions League. Der Thurgau stellt jährlich 5,15 Mio. Fr. für die Förderung erneuerbarer Energien zur Verfügung. Im Kanton St. Gallen sind es zwei Millionen.
Schweizweit im Abseits
In anderen Kantonen bieten die Elektrizitätsversorger weitere Fördermassnahmen an. Die grösste Versorgerin in Ausserrhoden, die St. Gallisch Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) kennt kein solches Angebot.
Da es in Ausserrhoden weder steuerliche noch andere Förderungen für Photovoltaikanlagen gebe, sei der Kanton in dieser zukunftsträchtigen Sparte der erneuerbaren Energien schweizweit im Abseits, stellt Leuzinger fest.
Zur indirekten Förderung von Photovoltaikanlagen sollen deshalb im kantonalen Steuerrecht mindestens Abzugsmöglichkeiten analog der direkten Bundessteuer eingeführt werden, beantragt Leuzinger. Zudem soll die Regierung im Energiekonzept Empfehlungen zur Förderung dieser Technologie vorlegen.
Sonnenstube am Säntis
Ausserrhoden eigne sich laut Experten wegen der vielen Sonnenstunden sehr gut für Photovoltaik, begründet Leuzinger seine Forderungen. Die grossen Dächer von landwirtschaftlichen Ökonomiegebäuden böten zudem Möglichkeiten, auch grössere Anlagen zu realisieren. Das bringe neue Verdienstmöglichkeiten für Landwirte.
Pro Förderfranken sei in früheren Energiesparprogrammen ein Mehrfaches im Kanton investiert worden. Solche Programme hätten neben dem ökologischen, auch volkswirtschaftlich einen positiven Effekt.



























