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Probleme müssen gelöst werden

Heiden. Die Gemeinde erhöht die Unterstützung der Gemeindebibliothek. Probleme wie Raumknappheit und Geldmangel müssen gelöst werden.

In der Gemeindebibliothek Heiden kann, wer das Angebot nutzen will, seine Auswahl unter 11’100 Medien treffen. In der Praxis ergab die im letzten Jahr total 37’957 Ausleihen – 26’059 Mal wurden Bücher ausgeliehen, 11’898 Mal waren es andere Medien wie CD’s, Hörbücher, DVD’ usw. Solche Zahlen weisen auf eine erfolgreiche Tätigkeit der Bibliothek und ihres Teams hin. Es bestehen aber Probleme finanzieller Art und das Raumangebot ist knapp. Der Gemeinderat will die Gemeindebibliothek mit einem substantiellen Beitrag bei der Lösung ihrer Probleme unterstützen. Der jährliche Beitrag an die Gemeindebibliothek wird um 20’000 Franken auf 35’000 Franken erhöht. Mit der Miete (20’000 Franken) und dem Beitrag der Schule (8’205 Franken) ergibt sich damit ein Gesamtbeitrag der Gemeinde von 63’205 Franken.

Im Laufe des Jahres 2007 wurden im Zusammenhang mit der Erstellung des Kantonalen Kulturkonzepts alle vier Appenzeller Bibliotheken mit regionaler Bedeutung – dazu gehört auch die Gemeindebibliothek Heiden – einer eingehenden Evaluation unterzogen. Der Auftrag dazu kam vom Amt für Kultur des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Die Evaluation durchgeführt haben Lilo Moser, Leiterin der Stadtbibliothek Aarau und Präsidentin der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für öffentliche Bibliotheken, und Heidi Eisenhut, Leiterin der Kantonsbibliothek AR.

Bei viel Publikum wird es eng
Im Bericht zu dieser Evaluation werden Stärken und Schwächen der einzelnen Institutionen beschrieben. Was die Gemeindebibliothek Heiden betrifft, wird in diesem Bericht besonders die Freude des Teams an seiner Arbeit hervorgehoben. Allerdings wird kritisch angemerkt, dass die Bereitschaft, zu so niedriger Entlöhnung zu arbeiten, wie dies heute der Fall ist, auf die Dauer nicht mehr erwartet werden könne. Das andere grosse Problem der Gemeindebibliothek sei die Raumknappheit. Das Team bemühe sich zwar um eine ansprechende Gestaltung der Räume und eine gute Präsentation der Medien, aber die Gestelle würden zu dicht aneinander stehen und bei grossem Publikumsverkehr werde es immer sehr eng.

Die Bibliothek sei in gemeindeeigenen Räumen an guter Lage untergebracht und ge-niesse auch die Unterstützung der öffentlichen Hand. Seit das neue Gesetz über die Kulturförderung in Kraft ist, erhält die Bibliothek auch vom Kanton einen Beitrag von jährlich 15’000 Franken. Dieser Beitrag enthebt die Bibliothek zwar der gröbsten Sorgen, aber einige Aufgaben finanzieller Art bleiben eben doch noch zu lösen.

Grosse Auswahl an Medien
Die Gemeindebibliothek bietet eine grosse Auswahl an Medien. Dazu gehören

• Belletristik und Sachbücher für Erwachsene, Jugend und Kinder;
• ausgewählte Comics für Jung und Alt;
• CD’s mit unterschiedlichsten Inhalten;
• Hörbücher verschiedenster literarischer Werke;
• eine aktuelle Auswahl an DVD’s in den Bereichen Unterhaltung und Wissen;
• Medien in englischer Sprache.

Zur Zeit sind rund 11’100 Medien vorhanden. Vor fünf Jahren waren es «erst» 8’648. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor auf den Büchern. Die Bibliothek muss Medien kaufen und auch wieder ausscheiden, damit die Bibliothek durch ein innovatives Angebot attraktiv bleibt. So wurden im Jahr 2007 1158 Medien neu angeschafft und 1099 ausgeschieden. Im Durchschnitt wird heute jedes Medium innerhalb eines Jahres 3.4 Mal ausgeliehen. Dies ergab im letzten Jahr total 37’957 Ausleihen – 26’059 Mal wurden Bücher ausgeliehen, 11’898 Mal waren es andere Medien wie CD’s, Hörbücher, DVD’s usw. Festzustellen ist, dass in Heiden auch Touristen und Kurgäste das Angebot der Gemeindebibliothek nutzen.

Verein mit 631 Mitgliedern
Die Gemeindebibliothek ist ein Verein. Ihm gehören 631 Mitglieder an, die meisten davon (416) sind Familienmitglieder. 385 Mitglieder wohnen in Heiden, 246 in andern Gemeinden der Region. Im Jahr 2007 wies die Gemeindebibliothek einen Ertrag von 115’699 Franken aus und einen Aufwand von 118’947 Franken. Dies führte zu einem Defizit von 3’248 Franken. Trotz 26’840 Franken an Mitgliederbeiträgen und Spenden von 6’490 Franken, trotz einem Gemeindebeitrag von 35’000 Franken, einem Schulbeitrag von 8’145 Franken und einem Kantonsbeitrag von 13’500 Franken liess sich das Defizit nicht verhindern.

Die Aufwandseite lässt sich kaum verkleinern – es sei denn, man würde Leistungen reduzieren. Dies kann aber weder im Interesse der Gemeindebibliothek noch der Gemeinde selbst liegen. Heiden werde im Kanton als «Kulturdorf» wahrgenommen, sagt Heidi Eisenhut, Kantonsbibliothekarin, und dazu gehöre fast selbstverständlich eine gute Gemeindebibliothek. Allerdings gebe es «wenig Bibliotheken, die mit so wenig an Gemeindebeiträgen so viele Ausleihungen erzielen können», fügt sie bei.

Nutzen für eine ganze Region
Die Bibliothek hat Mitglieder aus allen Vorderländer Gemeinden. So profitiert eine ganze Region davon, dass die Einwohnerinnen und Einwohner das grosse Angebot der Gemeindebibliothek in Heiden nutzen können.

Sorgen macht der Bibliothek, dass sie jedes Jahr mit einem Defizit arbeitet und es immer schwieriger wird, das nötige Geld zu beschaffen. Das Vereinsvermögen ist in den letzten Jahren «beängstigend schnell geschrumpft». Eine moderat bessere Entlöhnung des Teams und eine räumliche Erweiterung der Bibliothek sei – so der Vorstand – ohne zusätzliche finanzielle Mittel nicht zu realisieren. Damit der Betrieb auch in Zukunft mindestens im bisherigen Ausmass aufrecht erhalten werden könne, sei die Bibliothek dringend auf eine substantielle Erhöhung der Gemeindebeiträge angewiesen. Der Kanton hat seinen Beitrag an einen Leistungsauftrag mit der Gemeindebibliothek gebunden. Eine ähnliche Regelung könnte – in Bezug auf deren Beitrag – auch mit der Gemeinde getroffen werden. Es sei aber klar, dass weiterhin Freiwilligenarbeit geleistet würde, auch wenn der Gemeindebeitrag erhöht werden sollte.

Arbeitsgruppe «Konzept Bibliothek Heiden»
Der Vorstand des Bibliotheksvereins beabsichtigt auf jeden Fall auch die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, welche die Zukunft der Bibliothek unter die Lupe nehmen und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen soll. Fragen, die dabei gestellt und beantwortet werden sollen, sind u.a.: Dorfbibliothek oder Regionalbibliothek? Wie sind die künftigen Angebote zu gestalten? Wie lassen sich die räumlichen Verhältnisse verbessern? Wie sind die Öffnungszeiten zu gestalten? Welche Entlöhnung des Bibliothekarinnen-Teams wäre gerechtfertigt? Die Arbeitsgruppe soll bis Ende 2009 ein Konzept für die Bibliothek Heiden vorlegen.

Im Bewusstsein der Bedeutung, welche die Gemeindebibliothek für Heiden und die Region Vorderland hat, und in Anerkennung der grossen Arbeit, welche der Vorstand und das Team der Gemeindebibliothek leisten, will der Gemeinderat die Gemeindebibliothek mit einem substantiellen Beitrag bei der Lösung ihrer Probleme unterstützen. Der jährliche Beitrag an die Gemeindebibliothek wird um 20’000 auf 35’000 Franken erhöht. Mit der Miete (Fr. 20’000.00), die der Bibliothek nicht in Rechnung gestellt wird, und dem Beitrag der Schule (8’205 Franken) ergibt sich ein Gesamtbeitrag der Gemeinde von 63’205 Franken. Die Gemeinde wird zudem in der Arbeitsgruppe «Konzept Bibliothek Heiden» mitmachen. Der Gemeinderat ist weiter der Meinung, es seien Gespräche zu führen mit dem Ziel, die Leistungsvereinbarung der Gemeindebibliothek mit dem Kanton um Vereinbarungen von Leistungen der Gemeindebibliothek speziell für die Gemeinde Heiden zu ergänzen. Mit geeigneten Massnahmen sollen zusätzliche Beiträge aus der Region in die Rechnung einbezogen werden.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 24.10.2008 - 09:41:00