Probleme mit muslimischen Kindern?
Frauenfeld. Es gibt keine Zunahme von Konflikten mit muslimischen Schulkindern. Das schreibt die Thurgauer Regierung in der Antwort auf eine Interpellation.
Es gebe keine Hinweise auf zunehmende Konflikte mit muslimischen Kindern in Thurgauer Schulen, erklärt die Kantonsregierung. Häufiger geworden seien dagegen Differenzen zwischen Angehörigen verschiedener christlicher Gruppierungen.
Die Kantonsregierung hat am Freitag ihre Antwort auf eine Interpellation von SVP-Kantonsrat Andrea Vonlanthen veröffentlicht. Dieser behauptet, dass es immer häufiger vorkomme, dass muslimische Schulkinder an islamischen Feiertagen dem Unterricht fernblieben.
Er wollte wissen, zu welchen religiösen Feiertagen die meisten Dispensationsgesuche gestellt und nach welchen Grundsätzen diese bewilligt würden. Auch ob die Regierung Wert darauf lege, dass in den Schulen christliche Feiertage und Traditionen aufgegriffen und gepflegt würden, wollte Vonlanthen wissen.
Keine religiöse Unterweisung in der Schule
Die Regierung verweist darauf, dass das Schulgesetz festlege, dass die Kinder nach christlichen Grundsätzen und demokratischen Werten erzogen werden sollen. Gleichzeitig gelte aber die Religionsfreiheit.
Deshalb sollten zwar christliche Traditionen gepflegt werden, aber daraus dürfe keine religiöse Unterweisung im Unterricht werden. Prinzipiell ortet die Regierung auch keine Probleme mit Dispensationsgesuchen.
Gleich viele Gesuche von Christen und Nichtchristen
Diese würden von nichtchristlichen Eltern nicht häufiger gestellt als von christlichen – «namentlich von solchen, die einer Freikirche angehören». Zu einer solchen gehört auch der Interpellant.
Für nicht christliche Schulkinder werde am ehesten nach Unterrichtsbefreiung am islamischen Zuckerfest oder Opferfest gefragt. Zunehmend spürbar werde aber die Intoleranz einer kleinen Gruppe von Mitgliedern «sich exklusiv gebärdender Glaubensgemeinschaften christlicher und nichtchristlicher Herkunft».
Intolerante Fundamentalisten
Sie fühlten sich jeweils – gestützt auf Bibel oder Koran – legitimiert, sich schulischen Anordnungen zu widersetzen. So opponierten sie der Vermittlung der Evolutionslehre und lehnten Aufklärungsunterricht ab oder wollten nicht an Schulreisen und -lagern teilnehmen.
Dabei sei es aber vor allem zu Differenzen zwischen christlichen Gruppierungen gekommen, die sich dann in der Gründung christlicher Privatschulen niedergeschlagen hätten. Dagegen gebe es nur wenig Konflikte mit muslimischen Schulkindern um das Tragen des Kopftuchs oder die Dispensation vom Schwimmunterricht.



























