Pro Natura St.Gallen-Appenzell setzt sich für Biber ein

Rorschach/SG. An der Mitgliederversammlung von Pro Natura St.Gallen-Appenzell stand das Projekt «Hallo Biber» im Zentrum.

Vor gut 200 Jahren wurde der Biber in der Schweiz ausgerottet, seit 50 Jahren breitet er sich wieder erfolgreich aus. Anfang 2008 ist bei Pro Natura Thurgau ein neues Projekt mit dem Namen «Hallo Biber!» angelaufen. Das Projekt möchte eine Koordinationsstelle aufbauen, welche sich für eine nachhaltige Wiederansiedlung des Bibers in der Ostschweiz einsetzt.

Die Mitgliederversammlung von Pro Natura St. Gallen-Appenzell informierte am Freitag, 24. April im Seerestaurant Rorschach, ausführlich über das Projekt «Hallo Biber!». Markus Brülisauer, Abteilungsleiter Jagd im Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kanton St.Gallen, stellte das kantonale Biberkonzept vor und Philip Taxböck, Biberexperte der Pro Natura Regionalstelle Ostschweiz, berichtete über die laufenden Aktivitäten von Pro Natura zugunsten des Bibers.

Der Biber fällt Bäume, staut Bächlein zu kleinen Seen und unterhöhlt ganze Uferabschnitte durch seinen Wohnungsbau. Er macht auch nicht Halt vor wirtschaftlich genutzten Baumbeständen, und er lehnt auch die schmackhafte Zuckerrübe nicht ab. Seine Bauten können einstürzen oder im Fall von Dämmen auch durchbrechen und in der Folge die umliegenden Äcker fluten. Des Bibers eigenwillige Lebensart und die gewaltige landschaftliche Umgestaltung die er vollbringt, faszinieren jeden Naturfreund.

Der Biber schafft durch seine Anwesenheit neue Lebensräume und sorgt dadurch für eine grosse Artenvielfalt. Die Schäden, die die Biber zuweilen anrichten, sind jedoch ärgerlich und können für die Betroffenen kostspielig sein. Heute ist von Bund, Kantonen und Naturschutzverbänden ein klares Bibermanagement gefordert. Dies soll die Konflikte klein und die Freude an dem neuen Mitbürger gross halten. Hier kommt das Projekt «Hallo Biber!» zum Zuge.

Pro Natura hat eine Biber-Koordinationsstelle Ostschweiz mit Sitz bei Pro Natura Thurgau geschaffen. Diese konzentriert sich nicht nur auf die Entfernung von Barrieren und die Einrichtung von Biberrampen. Einen Schwerpunkt bildet auch die Renaturierung von Flüssen und Bächen, um dem Biber wieder mehr geeigneten Lebensraum zu bieten. Darüber hinaus ist «Hallo Biber Ostschweiz» in der Umweltbildung sehr aktiv und ist eine Kontakt- und Beratungsstelle rund um Biberfragen.

Ziel von Pro Natura war und bleibt es, dem Biber in der Schweiz eine Zukunft zu sichern. Denn wo der Biber lebt, da lebt der Fluss und mit ihm viele weitere Tier- und Pflanzenarten.

St.Gallen / 04.05.2009 - 08:40:48
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