Prävention ist billiger und gesünder
Heiden. Regierungsrat Matthias Weishaupt, Gast in Heiden, unterstrich, dass Prävention schlussendlich billiger und gesünder sei, weshalb es gelte, an die Leute zu gelangen.
Spital Heidens innovativer Weg für Vorsorgeprojekte Das Spital Heiden gehe dabei mit seiner Zusammenarbeit mit Dorfvereinen und -vereinigungen einen innovativen Weg.
Dieser Tage lud Kurt Schläpfer im Namen der Männerriege Heiden zum Informationsabend des Spitals Heiden betreffend des Themas «Darmkrebs nie?» ein. Es referierten Dr. med. Othmar Kehl, Chefarzt Spital Heiden, Brigitte Corrodi, Dipl. Ernährungsberaterin HF am Spital Heiden sowie in der Rheinburg-Klinik in Walzenhausen, und Dr. med. Rudolf Morant, Konsiliararzt Onkologie Spital Heiden sowie Ärztlicher Leiter Turmor- und Brustzentrum ZeTuP AG, St. Gallen und Chur, im evangelischen Kirchgemeindehaus. Sie stellten fest, dass Bewegung und eine faserreiche Ernährung das Risiko einer Erkrankung minderten, ebenso Vorsorgeuntersuchungen ab dem 50. Altersjahr mittels Darmspiegelung.
Medizinische Vorsorge ab Fünfzig
Kurt Schläpfer freute sich, dass die Männerriege Gastgeber sei, denn gerade sie – Männer im Alter von über fünfzig Jahren – müssten sich mit der Vorsorge zum Thema Darmkrebs befassen. Dies bestätigte Othmar Kehl aus medizinischer Sicht, als er aufzeigte, dass heute in der Schweiz von 4100 an Darmkrebs erkrankten Menschen immer noch 1600 sterben, weil der Krebs zu spät entdeckt wurde. Beim Darmkrebs handelt es sich um den zweithäufigsten Krebs nach Brustkrebs bei Frauen und um den dritthäufigsten nach Lungen- und Prostatakrebs bei Männern. Vorsorgeuntersuchungen ab dem fünfzigsten Lebensjahr vermindern das Risiko erheblich, an Darmkrebs zu erkranken, weil die häufigen Vorläufer von Darmkrebs, Polypen, erkannt und entfernt werden können. Deshalb wird eine Dickdarmspiegelung, alle zehn Jahre, oder aber eine jährliche Kontrolle auf verstecktes Blut im Stuhl empfohlen. Dickdarmspiegelungen werden im Spital Heiden meist ambulant durchgeführt. Nach einer Vorbereitung, welche am Vortag zu Hause erfolgt, dauert die Vorsorgeuntersuchung weniger als eine Stunde zusätzlich Aufwachzeit, weil vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel verabreicht wird. Die Überweisung erfolgt durch den Hausarzt.
Übergewicht und Bewegung
Bewiesenermassen ist das Risiko, ab Fünfzig an Darmkrebs zu erkranken bei Übergewicht erhöht. Deshalb schlug Brigitte Corrodi vor, die Essgewohnheiten zu ändern und mehr Bewegung ins Leben zu bringen, im doppelten Sinn, denn eine gemüse- und früchtereiche Ernährung verbessere auch die Verdauung. Gemüse, Salate, Pilze, Hülsenfrüchte wie Kichererbsen und Linsen sowie Früchte, Vollkornbrot und Nüsse förderten einen gesunden und gut arbeitenden Darm. Rotes, gegrilltes, gepökeltes oder angebratenes Fleisch (Schaf-, Schweine- und Rindfleisch) belasteten den Darm unnötig. Geflügel und Fisch könnten empfohlen werden. Dass gesundes Essen auch lustvoll ist, bewies Markus Breu, Küchenchef am Spital Heiden, in der Pause mit verschiedensten Häppchen, die allen wunderbar mundeten und für den Darm förderlich waren.
Chirurgie und Medikamente
Rudolf Morant bekräftigte, dass beim Auftreten von Darmkrebs eine chirurgische Entfernung unumgänglich sei. Immer mehr werde aber nach einem Eingriff zusätzlich medikamentös behandelt, um das Rückfallrisiko zu vermindern. Heilung könnte also nur mit Chirurgie erreicht werden. Medikamente schützten vor Rückfällen oder würden bei fortgeschrittenen, nicht mehr operierbaren Darmkrebsen die Lebensqualität enorm verbessern. Hierfür würden neu, neben der altbekannten Chemotherapie, zielgerichtete, im Labor gezüchtete Antikörper eingesetzt. Es gelte aber bei jedem Patienten und bei jeder Patientin, die geeignete Therapie im Ärzteteam unter Einbezug der Patienten und auf deren Wunsch von Angehörigen ausführlich zu besprechen.
Weitere Auskunft zum Thema Darmkrebs geben die Hausärzte, das Spital Heiden www.spitalheiden.ch sowie rund um die Uhr www.krebsliga.ch.



























