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Postzustellung: Service Public stärken – nicht abbauen

Die Schweizerische Post ist aus Sicht des Gewerkschaftsbundes der Stadt St.Gallen ein wichtiges Aushängeschild und ein Vorbild für einen gut funktionierenden Service Public. Wenn viele Haushalte seit Anfang September die Briefe und Zeitungen erst nach dem Mittag bekommen, schadet dies dem Wirtschaftsstandort Ostschweiz.

Im Rahmen des Versuchs «Distrinova» werden in der Stadt St.Gallen, in Gossau, Engelburg, Abtwil und in Appenzell Hunderte von Haushalten erst nach dem Mittag mit Zeitungen und Briefen beliefert. Die Post testet hier die automatisierte Sortierung.

Der städtische Gewerkschaftsbund kritisiert diese Strategie der Post, denn mit der Automatisierung werden Arbeitsplätze abgebaut. Dadurch steigt der Druck auf die verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter und die Arbeitsbedingungen werden schlechter.

Die Zustellung von Zeitungen erst nach dem Mittagessen findet der Gewerkschaftsbund auch aus staatspolitischen Überlegungen sehr fragwürdig. Durch den Abbau des Service Public verlieren die kleinen Regionalzeitungen im Vergleich zu den Publikationen der marktmächtigen Verlagshäuser an Attraktivität, denn die kleinen Verlage können sich keine eigene Frühzustellung leisten.

Schliesslich schadet der Abbau der Postzustellung dem Image des Wirtschaftsstandortes Ostschweiz. Grundvoraussetzung für eine starke regionale Wirtschaft ist eine ausgebaute öffentliche Infrastruktur – und dazu gehört auch eine gut funktionierende und frühe Postzustellung.

Der städtische Gewerkschaftsbund erwartet, dass die Regulationsbehörde Post- Reg darauf beharrt, dass es sich hier bloss um einen bis in den kommenden Frühling befristeten Versuch handelt und dass danach das bewährte System wieder eingeführt wird. Briefträgerinnen und Briefträger geniessen in der Bevölkerung eine hohe Wertschätzung – ihr Arbeitgeber, die Schweizerische Post, hat es in der Hand, dass dies so bleibt.

 

AargauAargau / 08.09.2010 - 08:06:34