Polizei schult Lehrer für Notfälle
Kanton Solothurn. Für die Schulen im Kanton Solothurn haben die Kantonspolizei und das Departement für Bildung und Kultur ein umfangreiches Notfall-Konzept erarbeitet. Es soll Schulleiterinnen und Schulleitern helfen, sich wirksam auf mögliche Ereignisse vorzubereiten und im Notfall richtig zu handeln. Die Einführung des Konzepts wird begleitet von einer Schulung, an der bis Ende Januar rund 160 Schulleiter aus dem ganzen Kanton teilnehmen.
Lange Zeit galten Amoktaten an Schulen als ein Phänomen, das nur aus dem Fernsehen und aus fernen Ländern bekannt war. Die schrecklichen Taten der letzten Jahre in Deutschland hat die Kantonspolizei Solothurn zum Anlass genommen, um Mitarbeitende gezielter in diesem Thema auszubilden und die Zusammenarbeit mit Schulen zu intensivieren. Mitte 2009 besuchten bereits 150 Lehrerinnen und Lehrer das Seminar der Kantonspolizei über «Gewaltdrohung und zielgerichtete Gewalt an Schulen». Nun hat die Polizei in enger Zusammenarbeit mit dem Departement für Bildung und Kultur und unter Mitarbeit von Fachkräften aus der Schule ein umfassendes Konzept für Notfälle an Schulen ausgearbeitet.
Schwerpunkt des gut 200 Seiten starken Konzepts ist die Früherkennung und Vermeidung von Krisen. Es enthält nebst wertvollen Hinweisen zum Krisen- und Notfallmanagement aber auch Anleitungen zum richtigen Verhalten im Ereignisfall und zum Umgang mit Betroffenen. Ergänzt ist das Konzept mit Checklisten, Musterschreiben und Ratgebern. Dabei konzentriert sich das Konzept nicht ausschliesslich auf Amoktaten: Auch Drohungen, Entführungen, Unfälle oder extremistische Taten können Notfälle für eine Schule darstellen und plötzlich auftreten. Dann ist es wichtig, richtig zu reagieren. Wer die notwendigen Vorbereitungen getroffen hat, kann eine Krise besser meistern oder sie gar nicht erst entstehen lassen.
Weiterbildung für 160 Schulleiterinnen und Schulleiter
Begleitet wird die Einführung des Konzepts von einer Schulung. Vom 17. bis 28. Januar 2011 hat die Polizei insgesamt gut 160 Schulleiterinnen und Schulleiter aus dem Kanton zum Seminar «Sicherheit an Schulen / Notfallordner» eingeladen. Während des eintägigen Kurses lernen sie vor allem, wie wichtig der Aufbau eines Krisenteams und die permanente Auseinandersetzung mit möglichen Konflikten sind. Anhand praktischer Beispiele lernen sie unter anderem, wie dies machbar ist, aber auch wie sie in ausgewählten Notfällen vorgehen sollten. Referentin ist die Kriminalpsychologin Karoline Roshdi vom Darmstädter Institut für Psychologie und Bedrohungsmanagement. Sie gilt als ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet.



























