Pistolenschütze an Weltcup
Teufen. Nach erfolgreichem Umstieg auf die olympischen Disziplinen überzeugte Paddy Gloor an seinem ersten Weltcup-Auftritt in Mailand.
Den Grundstein für eine Veränderung, sich nebst den hier zu Lande doch bekannteren 25m Disziplinen auch einmal den prestigeträchtigen olympischen Wettkämpfen zuzuwenden, kam dem Teufner Sportschützen kurz vor den Schweizermeisterschaften im vergangenen Jahr. Praktisch aus dem Nichts erkämpfte sich Gloor in der Königsdisziplin über 50m Präzision mit der Freipistole an der SM den vierten Rang. Ein solcher Wettkampf dauert genau zwei Stunden. Während dieser Zeit muss der Schütze sechzig Schuss möglichst genau ins zirka fünfliebergrosse Zentrum unterbringen. Auch von Seiten des Schweizerischen Schiesssportverbandes redete man dem 32-jährigen Ausserrhoder gut zu, einen Wechsel zu vollziehen. Über den Winter trainierte der Ausnahmekönner mit der Nationalmannschaft und dem Olympia-Kader und konnte sich dank guten Resultaten an diversen Wettkämpfen dem Verband empfehlen.
Luftdruck-EM verpasst
Im Frühjahr gab es für den erfolgsverwöhnten, polysportiv veranlagten Teufner allerdings einen Rückschlag. Er verpasste die Qualifikation für die Europameisterschaft im eigenen Land sehr knapp, nutze aber die Gelegenheit und begab sich als intensiver Beobachter an diesen, leider von den Medien kaum beachteten hochstehenden Titelwettkampf. Schon bald war die verpasste EM vergessen und der zielorientierte Sportler konzentrierte sich wieder voll und ganz auf seine Stärken. Die gesammelten Erfahrungen in der Bundesliga, wo sich Paddy Gloor mit der Luftpistole 10m bei seinem Verein Altheim-Waldhausen in Deutschland über den vergangenen Winter mit den international stärksten Schützen messen durfte, brachten ebenfalls die erhofften Fortschritte. Auch wenn der Eidgenössische Schützenkönig von 2005 über 25m den Abstieg der Süddeutschen nicht verhindern konnte, der Abstecher in die Bundesliga war aus Sicht des Appenzellers ein persönlicher Erfolg.
Internationale Erfolge
Dank einem vierten Rang mit der Luftpistole und neuer persönlicher Bestleistung von 580 Punkten am internationalen Wettkampf in Hannover sowie guten Wettkampfergebnissen vor allem mit der Freipistole am GrandPrix of Liberation in Pilsen, erhielt das Mitglied der Pistolen-Sportschützen Teufen sein erstes Aufgebot für den Weltcupeinsatz in Mailand Ende Mai und dies erst zehn Monate nach seinem ersten Training mit der Freipistole. Die erste Weltcup-Teilnahme war auch gleichzeitig eine Standortbestimmung, nicht nur für den Schützen selber, auch für den Verband. Erst nach den Wettkämpfen teilte dieser Gloor mit, dass mit einem besseren Abschneiden im Wettkampf mit der Freipistole eine Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking in Griffweite gelegen wäre.
Nach Peking als Zuschauer
Leider verlief der Haupt-Wettkampf mit der Freipistole, nach dem gelungenen Eliminations-Wettkampf mit 551 Punkten und somit bester Schweizer, nicht optimal und es resultierte nur der 47. Rang mit etwas enttäuschenden 544 Punkten. Gefreut hat sich Gloor in Mailand aber vor allem über den Wettkampf mit der Luftpistole 10 Meter. Er startete zwar als MQS-Schütze, das heisst, er wurde vom nationalen Verband als eigentlicher Qualifikant an diesen Wettkampf beordert um Erfahrungen zu sammeln und wurde in der Rangliste aufgeführt aber nicht gewertet. Die von Swiss Olympic geforderte Limite, den 13. Platz an einem Weltcup, verpasste Gloor zwar um einen minimalen Punkt. Doch mit einem wirklich herausragenden 18. Rang, einer 100er Passe zu Beginn des Wettkampfs und einer verfehlten Finalqualifikation um lediglich zwei Punkte, lassen für die Zukunft einiges erwarten. Nach Peking reist Gloor trotzdem. Er will dort seine Freundin Irene Beyeler, welche mit dem Kleinkaliber- und Luftgewehr an den Olympischen Spielen teilnimmt, unterstützen. Die Olympide 2012 in London sei aber doch ein erstrebenswertes Ziel, meint der ehrgeizige Teufner und wer ihn kennt, weiss, dass Gloor dafür hart trainieren wird um sich diesen Traum zu erfüllen.
Kurzfristige Ziele
Für die zweite Saisonhälfte hat Gloor allerdings andere Ziele im Visier. Anfang Mai glänzte Gloor in Hannover unter anderem auch mit der Standardpistole und der Zentralfeuerpistole mit einem dritten respektive vierten Rang. Diese Disziplinen stehen nach dem Abstecher an den Weltcup nach Mailand denn auch wieder im Vordergrund, betont der stets bescheidene Appenzeller. Hier sei sein erklärtes Ziel für 2008 die CISM-Weltmeisterschaften in Schweden sowie der EuropaCup-Final in Deutschland.



























