• Aargau
  • Appenzell Ausserrhoden
  • Appenzell Innerrhoden
  • Basel-Landschaft
  • Basel-Stadt
  • Bern
  • Freiburg
  • Genf
  • Glarus
  • Graubünden
  • Jura
  • Luzern
  • Neuenburg
  • Nidwalden
  • Obwalden
  • Schaffhausen
  • Schwyz
  • Solothurn
  • St.Gallen
  • Stadt Winterthur
  • Stadt Zürich
  • Tessin
  • Thurgau
  • Uri
  • Waadt
  • Wallis
  • Zug
  • Zürich

Pfarrer: «Ylenia war ein Sonnenschein»

Appenzell. 600 Menschen haben Abschied von der ermordeten Ylenia genommen. Viele hatten in der Kirche keinen Platz und erlebten die Trauerfeier im strömenden Regen.

Etwa 200 Angehörige und Trauergäste, darunter auch Mitglieder der Regierung des Kantons Appenzell Innerrhoden, nahmen am Mittwoch in der evangelischen Kirche in Appenzell Abschied von Ylenia. Viele Trauernde fanden keinen Platz in der kleinen Kirche und standen mit Kerzen in den Händen im strömenden Regen und lauschtendem Gottesdienst über Lautsprecher.

Bunte Ballons zum Abschied
«Es ist ein himmeltrauriger Anlass, der uns in die Kirche gerufen hat. Sogar der Himmel weint», sagte der evangelische Pfarrer Andreas Schenk zu Beginn der Trauerfeier am Mittwoch. Der Gottesdienst wolle nicht den Tod Ylenias in den Mittelpunkt stellen, sondern mit Musik und Worten ans Leben des Mädchens erinnern. Die Familie sei tieftraurig über ihren Tod, aber auch dankbar für die Zeit, die sie mit Ylenia habe verbringen dürfen.

Die Kirche war geschmückt mit bunten Luftballons, mit denen Ylenias Kindergarten-Gspänli dem ermordeten Mädchen gute Wünsche mit auf den letzten Weg gaben. Rosa und weisse Blumen schmückten den Abendmahltisch mit der Engel-Urne des kleinen Mädchens.

Ein Kinderchor der evangelischen Kirchgemeinde Appenzell sang ein Lied, das Ylenia in den Frühlingsferien mit den Kindern einstudiert hatte. Ein Lied von Pipi Langstrumpf erinnerte an das lebensfreudige Mädchen.

Ylenia hat im Herzen berührt
«Ylenia war ein Sonnenschein. Sie hat für Farbtupfer in ihrer Umgebung gesorgt», sagte Irene Schenk, Sozialdiakonin und Frau des Pfarrers. Das unternehmungslustige Mädchen sei offen auf die Menschen zugegangen und habe vielen Freude bereitet. Ylenias Leben habe in den Herzen der Menschen Spuren hinterlassen.

Ylenia wurde am 18. November 2001 geboren. Sie sei im Schoss ihrer Familie in Appenzell aufgewachsen und habe oft mit den Kindern im Quartier gespielt. Der kleine Wildfang sei ein «Wasserratte» gewesen und deshalb Dauergast in der Appenzeller Badi, sagte der Pfarrer.

Das Verschwinden und die Gewissheit über den Tod von Ylenia habe bei ihrer Mutter, deren Partnerin und deren Kindern tiefe Wunden hinterlassen. Das lebensfreudige Mädchen sei viel zu früh mitten aus dem Leben gerissen worden, sagte der Pfarrer.


Alle Artikel zum Fall Ylenia

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 26.09.2007 - 16:50:00