Pfahlbauten als Weltkulturerbe
Frauenfeld. Das Thurgau setzt sich für die Pfahlbauten als Weltkulturerbe ein. Das Amt für Archäologie beteiligt sich bei der Erarbeitung der Bewerbung.
Das Amt für Archäologie soll mit den betroffenen Gemeinden abklären, wie sich eine Aufnahme in die Weltkulturerbe-Liste auswirken würde, wie der Regierungsrat am Donnerstag mitteilte. Zudem wird das Amt von 2008 bis 2010 beim Bund an der Erarbeitung des Bewerbungsdossiers mitarbeiten.
Thurgauer Pfahlbauer
Der Thurgau gilt nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa als ein Zentrum der Pfahlbauforschung. Im Kanton sind rund dreissig wichtige Fundstellen in zwanzig Gemeinden bekannt.
Viele davon sind teilweise ergraben. Die Grabungsergebnisse sind in vielen Fällen publiziert und werden der Forschung und Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Bereits geschützte Fundstellen
Die Mitarbeit des Amtes für Archäologie an dem UNESCO-Dossier wird jährlich rund 15 000 Franken Kosten verursachen. Der Bundesrat hat 2004 eine Liste von möglichen Kandidaturen der Schweiz für die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes gutgeheissen. Darunter befinden sich auch die prähistorischen Seeufersiedlungen der Pfahlbauer.
Der Regierungsrat sieht in der Erteilung des Labels für die Pfahlbauten in erster Linie eine Aufwertung dieser Monumente in wissenschaftlicher Hinsicht. Konflikte mit anderen Interessen sollten in den Gemeinden nicht entstehen, da die Pfahlbauobjekte bereits geschützt sind.
400 Fundstellen in der Schweiz
Im ganzen Alpenraum und dessen Umfeld sind über 700 Pfahlbau-Fundstätten bekannt. Mehr als 400 davon liegen in der Schweiz, wo sie bereits seit dem 19. Jahrhundet wissenschaftlich erforscht werden. Die Pfahlbauten sind laut Regierungsrat «ein Element der nationalen Identität».
Grundsätzlich handelt es sich dabei um nicht sichtbare Denkmäler. Die historische Information ist in der Regel im Untergrund von Seeufern und Mooren gespeichert.



























