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Ostschweizer Wirtschaft geht es blendend

Im 1. Halbjahr hat die Konjunkturlokomotive «Export» ihre geballte Kraft entfaltet: Die Wirtschaft präsentiert sich zur Jahresmitte in blendender Verfassung.

Der neueste Konjunkturtest der Industrie- und Handelskammer (IHK) St.Gallen-Appenzell und der St.Galler Kantonalbank belegt die hervorragende Verfassung der Ostschweizer Wirtschaft. Noch zeigt die Konjunktur kaum Ermüdungserscheinungen, und die Aussichten auf die kommenden Monate sind viel versprechend. Das gilt sowohl für die Industrie als auch für die Dienstleistungen. Nur in der Bauwirtschaft dürfte der Boom der letzten Jahre langsam ausklingen.

Problem: Engpass bei den Kapazitäten
Angetrieben von steigenden Exporten, setzt sich der Gipfelsturm in der Industrie fort, sowohl bezüglich Geschäftsgang und Ertrag als auch Auftragsbestände. Diese Hochstimmung wird vorab von der unser Branchenbild dominierenden Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) geprägt. In diesen Schlüsselindustrien zeigt sich aber auch, dass zunehmend Kapazitätsengpässe auftreten. Gut ein Viertel der befragten Firmen geben an, in ihrer Produktion durch Kapazitätsengpässe behindert zu werden.

Weiterhin wolkenlos ist der Konjunkturhorizont in der Chemie- und Kunststoffbranche. In der Textilindustrie hingegen ist das Konjunkturklima nicht mehr als erträglich, und mit steigenden Temperaturen darf nicht gerechnet werden. Die einzige Branche, in welcher das Konjunkturbarometer gefallen ist, ist die Papier- und Druckindustrie.

Schwung im Detailhandel
Es hat lange gedauert, aber nun ist es so weit: Die gute Konjunktur breitet sich auch auf den Detailhandel in der Ostschweiz aus. Verantwortlich für den kräftigen Umsatzanstieg im letzten Quartal von 7 Prozent sind der Anstieg der Beschäftigung, der Einkommen und damit verbunden der Konsumentenstimmung. Die erfreuliche Entwicklung hat auch die Zuversicht gestärkt, erwarten die Detaillisten doch, dass das Tempo auch im 2. Halbjahr anhalten wird.

Die Ostschweizer Bautätigkeit entwickelte sich im 1. Halbjahr weiter erfreulich, entsprechend gut ist die Beurteilung der Geschäftslage. Einige Indikatoren weisen aber darauf hin, dass im weiteren Jahresverlauf von einer Abflachung der Entwicklung ausgegangen werden muss. Arbeitsvorrat und Auftragserwartungen der Bauunternehmer, speziell in den Kantonen Appenzell Ausser- und Innerrhoden sowie St.Gallen, untermauern die Tendenz. Innerhalb des Bauhauptgewerbes sind die Aussichten im Tiefbau besser als im Hochbau. Mit einem Einbruch ist aber auch im Hochbau nicht zu rechnen.

Aussenhandel im Dauerhoch
Wer hätte gedacht, dass nach dem letzten Jahr der Superlative die Exporte aus der Ostschweiz im 1. Halbjahr 2007 nochmals um 18 Prozent zulegen würden? Diese Leistung ist mehrfach beeindruckend. Erstens wurde das Schweizer Exportwachstum klar übertroffen. Zweitens legten alle Branchen in zweistelliger Prozenthöhe zu, auch die Schwergewichte Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Drittens sind nicht die asiatischen Länder – auch nicht China und Indien – für den Zuwachs hauptverantwortlich, sondern Deutschland und die USA. Viertens sind die Ausfuhren von Konsumgütern stärker gewachsen als jene von Investitionsgütern. Und fünftens hält der Aufwärtstrend nun seit Beginn 2003 an.

Arbeitslosigkeit auf Rekordtief
Gemäss dem Beschäftigungsbarometer des Bundesamtes für Statistik und Schätzungen der IHK sind seit Beginn des Jahres 2006 im Kanton St.Gallen rund 7000 neue Arbeitsplätze entstanden, dies entspricht einem Plus von 3 Prozent. Damit hat das Beschäftigungsvolumen den höchsten Wert seit der erstmaligen Erhebung vor sechs Jahren erreicht. Besonders dynamisch – im schweizerischen Vergleich – entwickelten sich in unserer Region die Industrie und das Gewerbe.

Spiegelbildlich zur Beschäftigung hat sich die Zahl der Arbeitslosen reduziert: Innerhalb eines Jahres hat die Anzahl der Arbeitslosen in der Ostschweiz um 33 Prozent abgenommen. Und diese erfreuliche Entwicklung dürfte sich fortsetzen, planen doch im kommenden Quartal 24 Prozent der Industriebetriebe eine Erhöhung der Beschäftigung und nur 3 Prozent eine Reduktion.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 06.08.2007 - 16:32:00