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Ostschweizer Ingenieurskunst

SJB.Kempter.Fitze AG mit Hauptsitz in Herisau projektiert die sechseckige Holz-Dachkonstruktion des Centre Pompidou-Metz.

Beim ambitionierten Museums-Neubau Centre Pompidou-Metz kommt Ostschweizer Holzbau-Know-how zum Einsatz. Mitarbeitende von SJB.Kempter.Fitze AG, Ingenieure und Planer, sind bereits seit einigen Monaten mit der Planung und Detailprojektierung der imposanten Holz-Dachkonstruktion der «Filiale» Metz des Centre Pompidou in Paris beschäftigt.

Die filigrane Dachkonstruktion des Centre Pompidou-Metz ähnelt optisch einem geflochtenen chinesischen Hut. Das Dach hat die Form eines Sechsecks mit einer Breite von 90 Metern und spiegelt so den Grundriss des Gebäudes wider. Die Trägergurten der Dachkonstruktion bilden im Abstand von knapp drei Metern eine Netzwerkstruktur mit aussergewöhnlichen Krümmungen. Die Holzstruktur wird am Schluss mit einer Membran aus Glasfasergewebe mit Teflonbeschichtung abgedeckt, damit das Dach dicht ist und darunter eine natürliche Atmosphäre entsteht.

Holzbautechnische Herausforderung
Für die Mitarbeitenden bei SJB.Kempter.Fitze AG ist die Umsetzung der Vorstellungen der Architekten in die Praxis zum einen eine grosse holzbautechnische Herausforderung, zum andern aber auch eine Ehre, bei einem solch aussergewöhnlichen Projekt von europäischer Bedeutung mitwirken zu können. Es gibt bis heute nur ganze wenige Konstruktionen von ähnlicher geometrischer Komplexität und keine davon ist aus Holz. Bei der Planung des Tragwerks waren neben der reinen Statik noch zahlreiche andere Aspekte zu beachten. Mit der Netzstruktur wurde erreicht, dass das Dach zu einem selbsttragenden Element wird, das auf wenigen Abstützpunkten ruht. Die Struktur besteht aus Brettschichtholz in mehreren Lagen, welches gekrümmt verleimt und anschließend in die Form gefräst wird Entstanden sind die Detailpläne und die Statischen Berechnungen bei SJB.Kempter.Fitze in monatelanger Arbeit und in Zusammenarbeit mit den beteiligten Planern und Herstellern. Gefertigt werden die rund 16 000 Einzelteile des gesamten Tragwerks bei Holzbau Amann in der Nähe von Waldshut. Anschliessend folgt im Herbst 2008 die Montage der Dachkonstruktion. Diese wird sechs Monate dauern und wird von den Ingenieuren von SJB.Kempter.Fitze überwacht, wenn ihr Werk konkrete Formen annimmt.

«Filiale» des Centre Pompidou Paris
Das sich jetzt im Bau befindliche Centre Pompidou-Metz soll das bereits im Jahre 1977 eröffnete Centre Pompidou in der französischen Hauptstadt ergänzen und im Jahre 2009 eröffnet werden. Damit das reichhaltige Ausstellungsgut auch in einem gebührenden äusseren Rahmen präsentiert werden kann, wurden die in einem internationalen Projektwettbewerb siegreichen und berühmten Architekten Shigeru Ban und Jean de Gastines mit der Projektierung des Bauwerks beauftragt. Für die Vorstudien war das in 160 Ländern präsente Konstruktionsbüro Arup verantwortlich. Bauherrin ist der Gemeindeverbund Metz, für den das Centre Pompidou-Metz mit Kosten von gegen 85 Millionen Franken das wichtigste Bauwerk im Rahmen eines langfristigen städtischen Sanierungsprojekts ist.

Hölzerne Gecko-Tragkonstruktion
Aber nicht nur beim Centre Pompidou-Metz sind die versierten Holzbauingenieure von SJB.Kempter.Fitze gefragt. Zurzeit entsteht im westfälischen Dülmen ein ganz spezielles Autohaus in Form eines übergrossen Geckos, dessen feingliedrige Konstruktion vollständig aus Holz besteht. Das Gebäude ist 120 Meter lange und die gesamte Dachfläche umfasst 1200 Quadratmeter. Auch hier waren innovative Holzbau-Lösungen gefragt. Die bei SJB.Kempter.Fitze AG entwickelte Tragkonstruktion musste aber nicht nur in statischer Hinsicht genügen. Die Bauherrschaft legte auch Wert darauf, dass die im Innern gut sichtbare Holzkonstruktion hohen ästhetischen Ansprüchen genügt und so den passenden Rahmen zu den ausgestellten Fahrzeugen bildet.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 03.01.2008 - 09:51:00