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Ostschweizer Brauereien behaupten sich auf dem Biermarkt

Obwohl der Schweizer Biermarkt zunehmend von ausländischen Grossbrauereien beherrscht wird, behaupten sich regionale Ostschweizer Brauereien erfolgreich. Nischenprodukte, Spezialitäten, Innovation und Nähe zum Kunden sind die Rezepte.

Falls die Wettbewerbskommission die Übernahme der Luzerner Brauerei Eichhof durch den holländischen Heineken-Konzern genehmigt, wird die Brauerei Schützengarten St. Gallen zum grössten unabhängigen Bier-Produzenten der Schweiz. Der Marktanteil von Schützengarten beträgt rund 4 Prozent.

Die 17,5 Millionen Liter Bier, die das Unternehmen jährlich braut, werden hauptsächlich in der Ostschweiz und in der Region Zürich getrunken. Spezialitäten wie das «St. Galler Klosterbräu» machen rund 40 Prozent der Produktion aus, wie der Geschäftsleiter und Delegierte des Verwaltungsrats, Christoph Kurer, erklärt.

«Regional bleiben»
«Regional sein und bleiben», lautet die Devise bei Schützengarten. Dazu gehören die Pflege der Kundennähe, aber auch Investitionen in Technik und Marketing, wie Kurer sagt. Das Unternehmen ist damit in den letzten zehn Jahren gut gefahren; die Produktion wurde um 25 Prozent gesteigert.

Kooperationen mit Grossbrauereien sind für Schützengarten kein Thema. «Wir haben keine Anlehnungsbedürfnisse.» Kurer sieht Qualität in den Produkten und Dienstleistungen, Eigenständigkeit und Schweizertum als Erfolgspositionen.

Mit dem laufenden Jahr ist man bei Schützengarten zufrieden. Und für 2009 plant die St. Galler Brauerei die Lancierung eines neuen Biers.

Erfolgreiche Nischen-Strategie
Eine etwas andere Strategie verfolgt die Brauerei Locher AG in Appenzell. Locher konzentriert sich ganz auf Nischenprodukte und Spezialitäten. Bekannt sind etwa das «Vollmond-Bier», aber auch Bio-Biere oder ein neues Reis-Bier verkaufen sich laut Geschäftsführer Karl Locher gut.

Die Brauerei mit 60 Angestellten und einem Ausstoss von 9 Millionen Litern pro Jahr vertreibt ihre Produkte in Kooperation mit der Thurella AG Egnach TG in der ganzen Schweiz. Selbst in China, Russland, Costa Rica, Kanada oder den USA wird das Innerrhoder Bier getrunken.

Gerade sei eine Bestellung der Schweizer Botschaft in Washington D.C. eingetroffen, erzählt Locher, der das Unternehmen zusammen mit Raphael Locher leitet. Aber auch wenn die Spezialitäten aus Appenzell heute in über ein Dutzend Länder verkauft werden, macht der Export keine zehn Prozent aus.

Produktion verfünffacht
Seit 1994 hat das Familienunternehmen die Produktion verfünffacht. «Wir wollen aber kein Industriebetrieb werden», betont Karl Locher. Nicht «Mainstream-Bier», sondern Spezialitäten mit Charakter sollen auch in Zukunft in Appenzell gebraut werden. Unabhängig zu bleiben, ist ein wichtiges Ziel.

Wie Locher in Appenzell, behauptet sich auch die Brauerei Sonnenbräu in Rebstein SG mit Spezialitäten auf dem Markt. Sie trägt damit zur regionalen Bier-Vielfalt bei, die in der Ostschweiz eine lange Tradition hat. Beliebt ist etwa das Mais-Bier aus dem Rheintal.

Jubilarin in Gossau
Klein, aber seit 150 Jahren erfolgreich, ist die lokale Brauerei Stadtbühl in Gossau SG. Der Familienbetrieb wird in sechster Generation geführt. Zum Jubiläum wurde die Brauerei von der Stadt mit dem Gossauer Preis 2008 ausgezeichnet. Zur Preisübergabe gabs ein öffentliches Bierfest.

Trotz dieser regionalen Erfolgsgeschichten sieht die eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) die Bier-Vielfalt in den Schweizer Gaststätten in Gefahr. Die Weko nimmt daher die geplante Eichhof-Übernahme in Luzern genauer unter die Lupe, wie sie Ende Mai ankündigte. Das Ergebnis steht noch aus.

Die Übernahme-Meldung aus Luzern rief auch den Verein Bieridee auf den Plan, der sich seit 1994 für die Förderung der Bierkultur einsetzt. 4000 Personen unterzeichneten eine Protestnote gegen den Eichhof-Heineken-Deal.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 11.08.2008 - 11:50:00