Ostschweizer Behörden werden selten bedroht
Herisau. Staatsbeamte werden zu Angriffsflächen unzufriedener Bürger. Sie erhalten Drohbriefe, werden auf offener Strasse beschimpft und ihre Häuser werden beschmiert. Zumindest auf Bundesebene wird dem Unmut freien Lauf gelassen. In Appenzell Ausserrhoden ist eine solche Entwicklung nicht bemerkbar.
Das schwerste Los punkto Pöbeleien und Bedrohungen haben Bundesräte gezogen: Laut blick.ch stieg die Anzahl Drohungen im Jahr 2007 mit 56 auf 172.
Offenbar treffen die zum Teil boshaften und ernstzunehmenden Drohungen eher die höher Positionierten oder Ordnungsbeamte wie etwa Polizisten. In der Stadt St.Gallen erhält die Legislative «nur» hin und wieder Mails mit Inhalten: Man sei ein «Tschumpel» oder der Entschluss sei «biireweich», so Urs Weishaupt, Mediensprecher der Stadt St.Gallen.
Der Ton sei aber schon rauer geworden in den letzten Jahren, räumt Weishaupt ein: «Tendenziell nimmt der Respekt gegenüber Behörden ab, weshalb zum Beispiel Mitarbeiter vom Einwohneramt in Kursen geschult werden, wie sie sich in schwierigen Situationen verhalten sollten.» Ausserdem seien jetzt auch Securitas-Angestellte vor Ort. Damit werde Präsenz markiert, und somit kommt es erst gar nicht zu Ausschreitungen. Die meisten Drohungen oder sogar Gewalt muss die Polizei über sich ergehen lassen. Da diese Vorkommnisse aber vertraulich behandelt werden, hat man dazu keine offiziellen Zahlen, so Weishaupt weiter.
Im Kanton Appenzell Ausserrhoden sind die Bürger offenbar noch nachsichtiger mit den Beamten als im Nachbarskanton. Georg Amstutz, Mediensprecher des Kantons, spürt keine Aggressionen gegenüber Behörden seitens der Bürger. Leute, die sich deutlich äussern und ihrem Unmut freien Lauf liessen, gebe es immer – «die Grenzen werden aber eingehalten», so Amstutz.
Ab und zu komme schon ein anonymes Mail mit unschönem Inhalt. «Das wird aber einfach nicht beachtet», sagt Amstutz weiter.



























