Offenes Rennen um Landammann-Amt
AI. Die Innerrhoder Landsgemeinde wählt am 27. April einen neuen stillstehenden Landammann und einen neuen Kantonsgerichtspräsidenten. Dabei kommt es zu Kampfwahlen.
Um die Nachfolge des zurücktretenden Landammanns Bruno Koster bewerben sich fünf Kandidaten: Die CVP portiert den Anwalt Daniel Fässler (47). Er wird auch vom mächtigen Gewerbeverband und den Bauern unterstützt. Deshalb hat er wohl die grössten Wahlchancen. Fässler positioniert sich innerhalb der schweizerischen CVP «eher rechts der Mitte».
SVP-Herausforderer
Die SVP schickt den Inhaber des Golfplatzes und Bezirkshauptmann (Gemeindepräsident) von Gonten, Ruedi Eberle (41), ins Rennen. Eberle kandidierte 1999 erfolglos als Herausforderer von Arthur Loepfe für den Nationalrat.
Laut eigenen Angaben gehört er zur «Mitte» innerhalb der SVP. Die SVP ist bisher in der siebenköpfigen Innerrhoder Standeskommission (Regierung) nicht vertreten.
Die beiden weiteren Kandidaten, Urs Koch (47), Geschäftsführer der Firmengruppe Koch & Co., und Bruno Ulmann (55), Geschäftsführer und Teilhaber der Metallbearbeitungsfirma AITech, Appenzell, sind parteilos. Ulmann wird von der Handels- und Industriekammer (HIKA) unterstützt.
Spätes Interesse
Selbst für Innerrhoder Verhältnisse ziemlich spät gab der vor einem Jahr in die Regierung gewählte Säckelmeister (Finanzdirektor) Sepp Moser sein Interesse am Landammann-Amt bekannt. Damit kam er nicht gut an. Im Gewerbeverband wurde ihm «schlechter politischer Stil» vorgeworfen. Er sei vor Monaten mehrmals gefragt worden, ob er als Landammann kandidieren wolle, warfen ihm die Kritiker vor.
Das Problem: Wird ein bestehendes Regierungsmitglied als Landammann gewählt, muss es sofort, an derselben Landsgemeinde, ersetzt werden. Würde Moser stillstehender Landammann, müsste die Landsgemeinde einen neuen Säckelmeister wählen.
Aber bisher hat nur Ruedi Eberle Interesse an einem anderen Regierungsamt bekundet. Und einen offiziellen Säckelmeister-Kandidaten «für alle Fälle» gibt es bisher nicht.
Direkt ins Amt
Diese Konstellation ist nicht neu: Bruno Koster war 1999 als Nachfolger von Ruth Metzler als Säckelmeister gewählt worden. Ein Jahr später wurde er als Nachfolger des heutigen Nationalrats Arthur Loepfe neuer Landammann.
Die Wahl Kosters als Landammann galt damals allerdings als derart sicher, dass die politischen Gruppierungen gewappnet waren und Kandidaten für das Säckelmeisteramt portiert hatten. In Innerrhoden werden alle Regierungsmitglieder direkt ins Amt gewählt. Die Regierung konstituiert sich nicht selber.
Wieder Carlo Schmid
Das Regierungspräsidium wechselt alle zwei Jahre zwischen regierendem und stillstehendem Landammann. Als neuen regierenden Landammann (Regierungspräsidenten) wird die Landsgemeinde den unbestrittenen Carlo Schmid wählen, der seit 24 Jahren im Amt ist.
Bestätigt werden müssen die übrigen Regierungsmitglieder: Statthalter (Gesundheit) Werner Ebneter, Säckelmeister Sepp Moser, Landeshauptmann (Landwirtschaft) Lorenz Koller, Bauherr (Bau) Stefan Sutter und Landesfähnrich (Justiz und Polizei) Melchior Looser.
Da Ivo Bischofberger vor einem Jahr zum neuen Innerrhoder Ständerat gewählt wurde, tritt er als Kantonsgerichtspräsident zurück. Auch hier kommt es zu Kampfwahlen. Der Gewerbeverband nominierte den Anwalt Beda Eugster und als neuen Kantonsrichter Sepp Koller. Die SVP portiert Roland Inauen und als neue Richterin Elvira Hospenthal.



























