• Aargau
  • Appenzell Ausserrhoden
  • Appenzell Innerrhoden
  • Basel-Landschaft
  • Basel-Stadt
  • Bern
  • Freiburg
  • Genf
  • Glarus
  • Graubünden
  • Jura
  • Luzern
  • Neuenburg
  • Nidwalden
  • Obwalden
  • Schaffhausen
  • Schwyz
  • Solothurn
  • St.Gallen
  • Stadt Winterthur
  • Stadt Zürich
  • Tessin
  • Thurgau
  • Uri
  • Waadt
  • Wallis
  • Zug
  • Zürich

Oberegg: Das neue Jahr sanft eingespielt

Oberegg/AI. In der Kirche Oberegg gaben das Quartett Laseyer und Maja Bösch an der Orgel ein Neujahrskonzert.

Einmal mehr lud der Verein Konzerte in der Kirche Oberegg am Neujahrstag zum musikalischen Auftakt der besonderen Art. Das Quartett Laseyer aus Appenzell brachte jene gediegene Volkstümlichkeit mit, die immer ein breites Publikum begeistert. War das neue Jahr Stunden zuvor mit Knallern und Feuerwerk begrüsst worden, so wurde in der Pfarrkirche Oberegg ein Kontrapunkt gesetzt. Sanfte Töne dominierten das äusserst vielfältige Programm. Das Konzert war in vier Blöcke  unterteilt. Geboten wurde «Hiesigs vo geschter», dann «Frönts vo geschter» und anschliessend beides «…vo hüt». Zwischenapplaus hatte sich KIK-Präsident Tim Haas namens der Musiker verbeten. Die kurzen Pausen seien in angespannter, konzentrierter Stille zu geniessen, regte er an. Und das war gut so.
Den Auftakt bildete das Ruggusseli «Alphorn» von Josef Dobler, das die Organistin singend intonierte, bevor Dani Bösch am Akkordeon das Thema übernahm und in gefühlvollem Wechsel mit der «grossen Schwester» zelebrierte. Maja Bösch überzeugte in ihrer Eigenkomposition «Alphorngruess» und im « En Altfrentsche» von Jakob Anton Broger gleichermassen durch gekonnte Registratur und stilsichere Interpretation.
Dass «Frönts» (Fremdes) nicht von auswärtigen Komponisten stammen muss, erschloss sich dem Zuhörer aus dem gedruckten Programm. Eine Mazurka vom «Gehrseff» war dabei, ein Csardas von Adrian Wettach, und ein Tango stammte aus der Feder von Arto Järvelä. Besondere Qualitäten zeigten die Laseyer in einem traditionellen Stück aus Irland, das ihnen förmlich auf die Haut geschneidert schien. Dem irrwitzigen Tempo begegneten sie mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen.
Insgesamt bewies sich das Quartett als erstklassige Formation. Die Vielfalt der Stücke, der lückenlose Wechsel von einer Stilrichtung zur andern, der scheinbar kurze Sprung von Kontinent zu Kontinent – das alles kam sehr gut an beim Publikum. Dieses forderte am Ende hartnäckig zwei Zugaben ein, die  gerne gegeben wurden. Das Repertoire wäre längst nicht erschöpft gewesen, genau so wenig wie die Zuhörer. Aber 70 Minuten voller Überraschungen mussten genügen.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 03.01.2010 - 12:41:36