Nur gegen 50 Jugendliche ohne Lehrstelle
Frauenfeld. 94 Prozent der 3450 Jugendlichen im Thurgau, die dieses Jahr die Schule beenden, haben eine Anschlusslösung.
Zwei Drittel von ihnen werden eine Berufslehre oder eine Attestausbildung beginnen.
Ueli Berger, Chef des Thurgauer Amtes für Berufsbildung und Berufsberatung, erklärte am Donnerstag vor den Medien, man gehe davon aus, dass im Herbst noch etwa 50 Jugendliche ohne jede Anschlusslösung übrig blieben.
Mehr Berufsausbildungen
Im Vergleich mit dem Vorjahr ist der Anteil der Jugendlichen, die eine Lehre, Anlehre oder Attestausbildung beginnen, um 7,3 auf 65,7 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sank der Anteil der jungen Leute, die ein Brückenangebot annehmen oder eine Zwischenlösung anstreben, um 5,7 auf 18,3 Prozent.
Als Zwischenlösungen gelten beispielsweise Auslandaufenhalte oder Aupair-Stellen. 9,7 (9,9) Prozent der Sekundarschulabgängerinnen und -abgänger wechseln an weiterführende Schulen. In dieser Gruppe sit der Anteil der Mädchen dreimal so hoch wie jener der Knaben.
Erfolgreiche Brückenangebote
Die maximal 420 Plätze in den Brückenangeboten des Kantons seien voraussichtlich auch im nächsten Schuljahr belegt, sagte René Bommeli, Chef der Berufsberatung. Berger und Bommeli betonten, die neuen, stark praxisorientierten Brückenangebote hätten gut eingeschlagen.
Bereits jetzt hätten 80 Prozent der diesjährigen Absolventen einen daran anschliessenden Lehrvertrag. Er sei zuversichtlich, so Berger, dass es bis zum Ende des Schuljahres 95 Prozent seien.
Noch freie Lehrstellen
Derzeit seien im Thurgau noch rund 200 Lehrstellen, rund 150 Schulabsolventinnen und -absolventen suchten noch eine Stelle. Vor allem Spengler, Metzger, das Autogewerbe und Betriebe von Swissmechanik klagten über Lehrlingsmenagel.
Allerdings passten das Angebot und die Nachfragenden oft nicht zusammen, sagte Bommeli. Das liege nicht nur an mangelnden Fähigkeiten der Suchenden, sondern auch an den gestiegenen Ansprüchen in den Berufen.
Berger meinte, teilweise resultierten die Probleme auch daher, dass unklar sei, was von Schulabgängern erwartet werden könne. Er erhoffe sich von der angestrebten Harmonisierung der Lehrpläne (HarmoS) genauere Defintionen dessen, was Jugendliche am Ende der Schulzeit können müssten.



























