Nichts für trübe Tassen
Heiden.Unter dem Motto «Lache isch gsond» sorgt der Witzweg im Appenzellerland für gute Stimmung. Nun feiert der Wanderweg der anderen Art seinen 15. Geburtstag.
Rund 100 Witztafeln laden zum Verweilen und Schmunzeln ein. Der Witzweg im Appenzellerland wurde letztes Jahr von über 40’000 Wanderfreunden begangen, so Sandro Agosti, Geschäftsführer von «Appenzell Ausserrhoden Tourismus». Der Weg ist durch die Kombination von Bahn, Bus, Schiff und Wanderweg ein Anzugspunkt für Touristen aus der ganzen Schweiz und dem Bodenseeraum. «Anlässlich des Jubiläums des Witzweges ist noch nichts Konkretes in Planung. Die Verantwortlichen werden noch über ein Fest im Sommer oder Herbst diskutieren. Sehr wahrscheinlich wird es aber keine riesige Veranstaltung geben», meint Agosti.
Drei Viertel Schweizer
Agosti weiter: «Das Hauptpublikum des Witzweges sind vielseitige, wanderfreudige Familien, Vereine und Schulklassen». Obwohl die Witze am Wanderweg nur in Appenzellerdialekt und Hochdeutsch verfasst sind, ist die Touristenattraktion gut besucht. Das liegt laut Agosti daran, dass rund 90 Prozent der Besucher deutschsprachig sind, davon 75 Prozent Schweizer und 15 Prozent Deutsche.
«Söndi», das Maskottchen des Witzweges wurde von Appenzell Ausserrhoden Tourismus ins Leben gerufen und entstand aus einer Mischung des appenzellischen Grusses «Sönd Willkomm» und dem Gebietsnamen Sonder. Um die Auswechslung der Witze,, die Reparaturen sowie die Instandhaltung des Witzweges kümmert sich ebenfalls die Tourismus-Organisation. Laut Agosti sind einige Neuerungen vorgenommen worden. Man hat das Angebot an Spielplätze und Grillstellen erweitert. Ein Anliegen sei es den Wanderweg noch einzigartiger zu gestalten, so zum Beispiel mit einem Streichelzoo.
Problem Vandalismus
Agosti berichtet, dass am Witzweg vielfach Vandalenakte verübt werden. Dies sei einfach schade. Tafeln würden beschädigt oder verschrieben und die Mittel für neue Projekte gingen verloren.
Der Witzwanderweg ist längst fester Bestandteil des touristischen Angebots.
Interview mit Peter Eggenberger aus Wolfhalden, dem Erfinder des Witzwegs
Herr Eggenberger, dieses Jahr wird der Witzweg 15 Jahre alt. Wie ist damals diese Idee entstanden?
Die Förderung des Tourismus war für mich schon immer ein wichtiges Anliegen. Im Vorderland haben wir wunderschöne Wanderwege und tolle Voraussetzungen für die Tourismusbranche und ich wollte noch mehr Leute zu uns locken. Ich habe ein Buch mit Kurzgeschichten im Appenzellerdialekt verfasst, welche mit Zeichnungen von Kurt Metzler, Künstler aus St.Margrethen/Speicher, illustriert wurden. Ruedi Rohner, Lehrer aus Heiden, arbeitete im Rahmen seiner drei Witzbücher ebenfalls mit Kurt Metzler zusammen und so kam die Idee des Witzweges auf. Geschichten, Witze und Zeichnungen sollten in einem Projekt vereint werden. Die Idee eines Wanderweges, wo man Natur und Lachen verbinden konnte, war geboren. Nach langer Planungsarbeit wurde der Witzweg im Frühling 1993 eröffnet.
Die Witze am Wanderweg werden rund alle drei Jahre erneuert. Woher nehmen sie die Inspiration für neue Witze?
Praktisch alle Witze stammen von Ruedi Rohner. Er hat schon sein ganzes Leben lang Appenzeller Witze gesammelt. Nach einiger Zeit hatte er so viele Witze festgehalten, dass die Sammlung nicht mehr überschaubar war. Ruedi Rohners Frau meinte dann, er solle doch Ordnung in diese Vielfalt bringen und ein Buch machen. Aus einem Buch wurden drei originelle Witzbücher, welche nun als Grundlage für den Witzweg dienen.
Was für lustige Vorfälle haben sich auf dem Witzweg während seines 15-jährigen Bestehens ereignet?
Nun ja, an einen speziellen Vorfall kann ich mich nicht erinnern. Es ist aber immer ein Vergnügen, die deutschen Touristen beim Entziffern des Appenzellerdialekts zu beobachten und ihnen zuzuhören. In einer deutschen Touristengruppe kommt es oft vor, dass man sich gegenseitig die Witze vorliest und manchmal erst beim vierten oder fünften Mal durchlesen gelacht wird.



























