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Nicht ohne das Wort «Ökumene»

Kreuzlingen. Die Evangelische Synode weist die Verordnung zu Mission und Diakonie an den Kirchenrat zurück.

An der Evangelischen Synode des Kantons Thurgau sorgte gestern Montag in Kreuzlingen die Rückweisung der Verordnung für Mission und Diakonie für Diskussionen. Der erfreuliche Rechnungsabschluss und die Einrichtung einer dauerhaften Kommission für Kirchenmusik wurden genehmigt.

Mit einer Schweigeminute wurde an den in der vergangenen Woche verstorbenen Walter Vogel gedacht. Vogel war langjähriges Mitglied und Präsident der Synode und später des Kirchenrates. Erstmals nahm Rolf Bartholdi als neuer Kirchenrat an der Sommersynode in Kreuzlingen teil. Er wurde im Synodegottesdienst in der evangelischen Kirche in Kreuzlingen ins Amt eingesetzt.

«Missionsfeld vor der Haustür»
Die in der vergangenen Herbstsynode abgebrochene Debatte der neuen Verordnung über Mission und Diakonie endete mit einem Rückweisungsantrag an den Kirchenrat. Pfarrer Hansruedi Vetsch, Frauenfeld, monierte das Herauskippen des Ökumenebegriffes. Das Fehlen des Wortes sei mehr als ein Detail, Ökumene meine nicht nur das Verhältnis zwischen katholisch und evangelisch sondern die weltweite Zusammenarbeit unter Christen verschiedenster Bekenntnisse. Zustimmung erntete Pfarrer Peter Keller, Müllheim, mit seiner Auffassung, dass Mission und Diakonie zusammengehörten und die christliche Herkunft auch in der Entwicklungszusammenarbeit erkennbar sein müsse. Vermehrt müsse der kirchliche Auftrag auch «auf das Missionsfeld auch vor der Haustür» ausgeweitet werden. Der Kirchenrat ist nun aufgefordert eine Neufassung vorzulegen, welche den Ökumenebegriff in Kontext zu Mission, Diakonie und Entwicklungszusammenarbeit stellt sowie deren enges Verhältnis untereinander konkretisiert.

Hoher Stellenwert der Kirchenmusik
Hoch erfreut zeigte sich Ruth Artho-Zäch aus Berg über die Antwort des Kirchenrates auf ihre Interpellation zu Sterbehilfe (begleiteter Suizid) und Palliative Care im Kanton Thurgau. Der Kirchenrat unterstützt die Bestrebungen zur Verbesserung des Palliative-Care-Angebots im Kanton Thurgau und befürwortet die Volksinitiative «Ja zu mehr Lebensqualität – Ja zur Palliative Care» der Arboner Kantonsrätin Marlies Näf-Hofmann. Als Kirchenleitung sieht er es als Aufgabe, sich klar für die Heiligkeit und Unantastbarkeit des Lebens auszusprechen. Mit ihrem Verzicht auf Diskussion drückte die Synode deutlich ihre Identifikation mit der kirchenrätlichen Antwort aus.
Mit dem ebenfalls diskussionslos gefassten Beschluss, die vorerst auf vier Jahre befristet eingesetzte Kommission für Kirchenmusik nach den guten Erfahrungen in eine dauernde Kommission umzuwandeln, stellte sich die Synode hinter das Anliegen, der Kirchenmusik hohen Stellenwert einzuräumen.

Gutes Rechnungsergebnis
Bei einem Ertrag von 5.001 Mio. und einem Aufwand von 4.733 Mio. schliesst die Rechnung 2007 der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau mit einem Vorschlag von 268’000 Franken ab. Zum guten Ergebnis haben Steuermehreinnahmen aber auch Einsparungen wegen Stellenvakanzen beigetragen. Der Überschuss wird für Einlagen in die Sonderrechnung Finanzausgleich an Kirchgemeinden, für die Flüchtlingshilfe des HEKS und zur Aufstockung der Kompetenzsumme des Kirchenrates eingesetzt.

Nicht «evangelisch-reformiert»
Kirchenratspräsident Pfarrer Wilfried Bührer erklärte auf Nachfrage, dass die Namensgebung der einzelnen Kirchgemeinden Aufschluss über deren landeskirchliche Zugehörigkeit geben sollte und deswegen dem Ortskirchennamen – im Einklang mit der Thurgauer Landeskirche – der weiter gefasste Namenszusatz «evangelisch» und nicht der einschränkende Begriff „evangelisch-reformiert“ vorangestellt werden soll.
Das Gedenken zum 500. Geburtstag des Genfer Reformators Johannes Calvin begeht die Thurgauer Kirche am 28. Juni 2009 mit einem familienfreundlich gestalteten Grossanlass zur Ehre Gottes.

ThurgauThurgau / 01.07.2008 - 07:04:00