«Nicht nur die guten Biberli sind toll»
In zwei Tagen starten die Olympischen Spiele in Peking und der von Appenzellerland Sport unterstützte Philipp Bandi wird mit dabei sein.
Im Interview mit appenzell24.ch steht der 5000 Meter Läufer Rede und Antwort.
Philipp Bandi, wie fühlt man sich als Olympiateilnehmer?
Eine Teilnahme an Olympischen Spielen ist das Grösste, was es für einen Sportler gibt. Die Freude ist riesig und es ist ein schönes Gefühl, schon bald selber als Athlet bei Olympia dabei sein zu können.
Haben Sie die Qualifikation gefeiert oder blieb dafür überhaupt keine Zeit?
Es blieb tatsächlich kaum Zeit die Qualifikation zu feiern. Da ich mich im letzten Moment qualifizierte, wollte ich natürlich sogleich mit den letzten wichtigen Vorbereitungen beginnen. Im Herbst, nach der Leichtathletiksaison, werde ich die Feier aber sicher nachholen können.
Trainieren Sie für die Olympischen Spiele gleich wie bisher oder gibt es irgendwelche Änderungen im Trainingsprogramm?
Grosse Änderungen im Trainingsprogramm gibt es nicht. Vor Ort wird der Akklimatisation eine grosse Bedeutung zukommen. Da wird es wichtig sein, nicht mehr zu hart und zu viel zu trainieren.
Erfüllt es Sie mit Stolz, dass Sie den vierten Platz in der «ewigen Schweizer Bestenliste» belegen oder ist das bloss ein schöner Nebeneffekt Ihrer Leistung?
Es macht mir schon Freude, dass ich nun auf dem vierten Platz der «ewigen Schweizer Bestenliste» klassiert bin. Immerhin sind die drei vor mir liegenden Läufer alle Schweizerrekordhalter (Ryffel 5000m, Belz 10’000m und 3000m Hindernis, Délèze 1500m).
Was sind Ihre konkreten Ziele für Peking?
Ich will meinen Melderang über 5000m bestätigen und den einen oder anderen stärker eingestuften Läufer hinter mir lassen. Das Ziel ist auch, dass ich am 20. August mein Leistungspotenzial ausschöpfen kann.
Gibt es spezielle Dinge, die die Teilnehmer der Spiele beachten müssen? Können Sie sagen, wie es mit der politischen Meinungsäusserung gehandhabt wird? Mussten Verträge unterzeichnet werden?
Als Athlet verpflichtet man sich mit seiner Unterschrift zur Einhaltung der Olympischen Charta. Dazu gehört auch das Einhalten von zahlreichen Bestimmungen im Bereich Werbung, Public Relations und journalistischen Tätigkeiten. Während den Spielen gilt für Sportler ein Demonstrations- und Propagandaverbot, welches in der Charta genau geregelt ist. Swiss Olympic überlässt es jedem Athleten selber, wie und ob er sich über politische Sachlagen äussern will.
Werden Sie Zeit haben, sich Peking auch ausserhalb des Sports anzusehen?
Das wird sich erst vor Ort zeigen. Mein eigener Wettkampf und die Vorbereitung darauf stehen ganz klar im Vordergrund.
Gibt es irgendwelche Bedenken, die Sie haben oder freuen Sie sich einfach auf die Olympischen Spiele?
China will sich natürlich im besten Licht präsentieren. Ich gehe davon aus, dass die Organisation funktionieren wird. Ich freue mich riesig auf die Spiele und bin mir sicher, dass ich das ganze Erlebnis auch geniessen werde.
Einer der Sponsoren des Post-Laufteams, dem Sie angehören, ist der Appenzellerland Sport. Waren Sie schon öfters in der Ostschweiz im Training?
Ich kenne das Appenzellerland leider sehr schlecht. Zu Trainingszwecken war ich Mitte Mai mit dem Post-Laufteam drei Tage in Urnäsch. Dies war ein toller Aufenthalt und ich muss sagen, dass es mir im Appenzell, nicht nur der guten «Biberli» wegen, ganz gut gefällt. Auch mit meinem Kopf bin ich nirgends angestossen, obwohl ich 1.93 Meter gross bin.
Gibt es etwas, das Ihnen an der Ostschweiz oder den Ostschweizern speziell gefällt?
Dass sie kulinarisch mithalten können und in St. Gallen über eine tolle Leichtathletik-Indooranlage für die kältere Jahreszeit verfügen.
Welche weiteren Ziele haben Sie für Ihre Sportkarriere?
Im nächsten Jahr will ich an den Weltmeisterschaften in Berlin und 2009 an den Europameisterschaften in Barcelona dabei sein. Falls ich gesund bleibe, bin ich diesbezüglich sehr zuversichtlich.
Weiter Informationen über Philipp Bandi finden Sie unter www.philippbandi.ch



























