«Nicht einfach abwarten»
Herisau. In den Schuleinheiten der Gemeinde werden verschiedene Projekte und Massnahmen zum Thema Gewalt durchgeführt.
«In Herisau sind Probleme mit Gewalt weder grösser noch kleiner als in vergleichbaren anderen Orten der Ostschweiz», sagt Schulleiter Dominik Schleich. «Die verschiedenen an unserer Schule laufenden Projekte zu diesem Thema sollen einerseits präventiv wirken, andererseits die Lernenden befähigen, mit Herausforderungen in diesem Bereich umzugehen.»
Zudem habe die Schule Herisau den im Pflichtenheft einer Heilpädagogin oder eines Heilpädagogen aufgeführten Auftrag im sozialen Bereich mehrheitlich auf eine in diesem Bereich spezialisierte Person konzentriert: Seit Anfang des Schuljahres widmet sich Martin Pfister schwergewichtig der schulischen Sozialarbeit. Er arbeitet vor allem, aber nicht nur, auf der Oberstufe, und ist Ansprechperson für Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Schulleitung und Eltern in sozialen Fragen und Anliegen. Martin Pfister unterstützt Kinder und Jugendliche im Prozess des Erwachsenenwerdens, in der Lösung von persönlichen und sozialen Problemen.
«Faustlos» und Konfliktlotsen
In mehreren Primarschulhäusern wird das Projekt «Faustlos» durchgeführt. Dieses soll das impulsive und aggressive Verhalten von sechs- bis zehnjährigen Kindern vermindern: Die «Faustlos»-Lektionen vermitteln alters- und entwicklungsangepasste Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut. In einem Schulhaus widmen sich Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler der nachhaltigen Verbesserung der Streitkultur durch ein Mediations-Programm: Dabei geht es unter anderem um die Realisierung friedlicher Lösungen durch den Einsatz von Konfliktlotsen.
Von unten her aufbauen
«Wir möchten in Sachen Gewalt nicht einfach abwarten. Es ist sehr wichtig, dass die Schuleinheiten aktiv sind, etwas unternehmen», erklärt Dominik Schleich. Es mache Sinn, von der Unterstufe her etwas aufzubauen. «In den Zielsetzungen der aktuellen Schulprogramme der Schulhäuser nehmen die Gewaltprävention und die Förderung der sozialen Kompetenzen einen wichtigen Platz ein.» In einigen Schuleinheiten wurden in den vergangenen Wochen das Verhalten und der Umgang inner- und ausserhalb der Schulhäuser mit Lektionseinheiten und Sonderanlässen thematisiert. In der Realschule wurde im Frühling ein Eltern-Besuchsmorgen in das Schwerpunkt-Thema «Begegnung und Integration» eingebettet. integriert
Anschluss an Netzwerk
Weitere Programme zur Gewaltprävention laufen, zum Beispiel bei einer Primarklasse mit einem Projekt des «China Wushu»-Instituts St.Gallen. Die Schule Herisau schliesst sich zudem demnächst dem «Netzwerk gesundheitsfördernder Schulen» an. Dieses nationale Projekt begleitet Schulen und möchte mit Hilfestellungen und Kampagnen unter anderem dazu beitragen, dass Schulen Orte sind, wo gemeinschaftliche Problemlösungskapazitäten gefördert werden.



























