• Aargau
  • Appenzell Ausserrhoden
  • Appenzell Innerrhoden
  • Basel-Landschaft
  • Basel-Stadt
  • Bern
  • Freiburg
  • Genf
  • Glarus
  • Graubünden
  • Jura
  • Luzern
  • Neuenburg
  • Nidwalden
  • Obwalden
  • Schaffhausen
  • Schwyz
  • Solothurn
  • St.Gallen
  • Stadt Winterthur
  • Stadt Zürich
  • Tessin
  • Thurgau
  • Uri
  • Waadt
  • Wallis
  • Zug
  • Zürich

Neuregelungen für die Fischerei im Bodensee

TG/SG. Die diesjährige Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei fand unter dem Vorsitz Baden-Württembergs am 24. Juni 2009 in Isny-Neutrauchburg statt.

Auf der Konferenz wurde gegenüber den beiden Vorjahren über leicht verbesserte Fangerträge der 140 Berufsfischer am Bodensee-Obersees im Jahr 2008 berichtet. Der Gesamtfang der Berufsfischerei lag mit rund 725 t zwar über dem Ergebnis von 2007, aber immer noch mehr als 180 t unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Zum Gesamtergebnis steuerten die 37 thurgauischen Berufsfischer 189 t bei.
Der Anteil der Felchen am Gesamtfang lag bei 74 % und betrug 538 t. Zweitwichtigster Fisch war der Barsch. Davon wurden 95,5 t gefangen; das waren rund 13 % des Gesamtfangs. Die Gruppe der Weißfische trug mit 36 t (5 %) zum Gesamtertrag bei. Bei den selteneren Arten stiegen die Fanganteile der Seeforellen (6,8 t) und Seesaiblinge (12,5 t) gegenüber dem Vorjahr weiter an und lagen deutlich über dem zehnjährigen Mittel. Diese beiden Arten profitierten von der sehr guten Wasserqualität des Bodensees.

Die IBKF regelt seit über 110 Jahren die Fischerei am Bodensee-Obersee. Vorrangiges Ziel ist, die Nachhaltigkeit der Befischung sicherzustellen. Derzeit größte Herausforderung für die Bevollmächtigten aus Baden-Württemberg, Bayern, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz  ist die Anpassung der fischereilichen Maßnahmen an die sinkende Ertragskraft des Bodensees, ohne eine Überfischung zu riskieren.
Den in diesem Jahr vom Internationalen Bodenseefischereiverband gestellten Anträgen nach einer weitergehenden Anpassung der Netze an das stark verringerte Wachstum der Felchen konnten die Bevollmächtigten daher nur teilweise entsprechen. Um den Felchenertrag im Frühjahr zu stabilisieren, dürfen künftig in den Monaten Januar bis März für den Felchenfang statt vier 40 mm Netze drei Netze mit 40 mm und ein Netz mit 38 mm Maschenweite verwendet werden. Im Monat April dürfen 2x 38 mm Netze und 2x 40 mm Netze eingesetzt werden. Zum verbesserten Schutz junger Felchen dürfen Barschnetze zukünftig erst ab dem 10. Februar zum Einsatz kommen.

Mit Sorge sehen die Bevollmächtigten die massive und schnelle Zunahme der Kormoranpopulation am Bodensee. Nachdem sich inzwischen mehrere hundert Brutpaare angesiedelt haben, muss von einer jährlichen Fischentnahme von mehr als 200 t durch diese Vögel ausgegangen werden. Dadurch werden nicht nur der Ertrag der Berufs- und Angelfischer stark beeinträchtigt, sondern auch geschützte Fischarten gefährdet. Die Bevollmächtigten waren sich einig, dass zur Bewältigung dieses Problems kurzfristig koordinierte Maßnahmen aller Anrainerstaaten erforderlich sind.

Die Angelfischer erreichten im Jahr 2008 mit 59 t ebenso wie die Berufsfischer ein unterdurchschnittliches Fangergebnis. Der Gesamtfang lag 4,5 t unter dem Ergebnis des Vorjahres und 11,3 t unter dem 10-Jahresmittel. Der Gesamtfang setzte sich vorwiegend aus Barsch (37 %), Felchen (19 %), Karpfen (11 %) und Hecht (4,2 %) zusammen. Die thurgauischen Angler und Anglerinnen erbeuteten insgesamt 10 t Fische, was einer leichten Steigerung von 200 kg gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Bodensee – Obersee wurden 2008 insgesamt 13.025 Angelkarten ausgegeben.
Weitere aktuelle Informationen über die Bodenseefischerei sind auf der IBKF-Homepage (www.IBKF.org) zu finden.

ThurgauThurgau / 25.06.2009 - 09:40:36