Neues Geschäftsleitungs – Mitglied bei SAK
Seit dem 1. August 2008 ist Jürg Solenthaler neues Geschäftsleitungs - Mitglied der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerken (SAK).
SAK Geschäftsbereich Netze und Engineering unter neuer Führung
Als Leiter des Geschäftsbereichs Netze und Engineering legt er den Fokus auf sein Kerngeschäft, die Gewährleistung eines sicheren, leistungsfähigen und effizienten Netzes. Mit der Öffnung des Strommarktes beginnt eine neue Ära für die gesamte Branche, der Solenthaler gespannt entgegensieht.
Als gelernter Elektromonteur mit Elektroingenieurstudium und betriebswirtschaftlicher Weiterbildung sowie einem Kartellrechtstudium hat Jürg Solenthaler die Elektrobranche von verschiedenen Seiten kennengelernt. Neben dem Entwicklungsbereich (Hochfrequenztechnik) sammelte er unter anderem Erfahrung in verschiedenen Funktionen und leitenden Stellungen der Energiebranche.
Jürg Solenthaler trat 1994 als ausgebildeter Elektroingenieur in die SAK ein und nahm dort seine Tätigkeit als Projektleiter in der Abteilung Netzbau auf. Danach sammelte er langjährige Berufserfahrungen im Netzbetrieb als verantwortlicher Leiter verschiedener Netzregionen, Betriebsleitung eines Partnerwerkes, im Energieverkauf der Axpo als Account Manager sowie zuletzt als Leiter der Abteilung Engineering Netze.
Die vergangenen Jahre der SAK waren geprägt vom erfolgreichen Wandel der Unternehmung, den er hautnah miterlebte. So galten die SAK früher als «Monopolist», heute sind sie ein modernes zukunftsorientiertes Unternehmen, das sich erfolgreich im Markt behauptet.
Herr Solenthaler, in rund drei Monaten tritt die Strommarktliberalisierung in Kraft. Was heisst das für Sie?
Die Öffnung des Marktes beschäftigt uns schon längere Zeit und ist für die Elektrizitätswirtschaft wohl die grösste Veränderung seit ihrem Bestehen. Das Stromversorgungsgesetz (StromVG) sowie die Stromversorgungsverordnung (StromVV) sind in Kraft und bilden die rechtlichen Grundlagen für einen wettbewerbsorientierten Elektrizitätsmarkt.
Zusätzlich entwickelte die Branche ein umfassendes Regelwerk, in dem technische und administrative Details geregelt sind. Die gesetzlich geforderten Vorgaben und Massnahmen haben wir umgesetzt. Somit sind wir bereit für den Markt und schauen der zukünftigen Entwicklung des Strommarktes gespannt entgegen.
Was wird sich im Bereich der Verteilnetze durch die Strommarktöffnung ändern?
Solenthaler: Das Verteilnetz ist ein natürliches Monopol und ist durch die Gesetzgebung zukünftig sehr stark reguliert. Da es ökologisch und ökonomisch nicht sinnvoll ist, parallele Elektrizitätsnetze aufzubauen, gilt als Grundsatz des StromVG: Kein Wettbewerb im Netz, aber Wettbewerb im Energiehandel. Voraussetzung für einen Wettbewerb beim Energiehandel ist, dass Dritte die Verteilnetze zur Durchleitung von elektrischer Energie benutzen dürfen. Die Modalitäten dieser Nutzung werden im StromVG geregelt. Zur Gewährleistung der Grundversorgung (Service Public) sowie der Versorgungssicherheit wurden im StromVG weitere Pflichten für Verteilnetzbetreiber definiert. Insbesondere werden auch detaillierte Vorgaben bezüglich der Kostenrechung sowie der anrechenbaren Kosten im Verteilnetz gemacht. Trotz starker Regulierung bin ich der Meinung, dass in Zukunft auch im Verteilnetz – durch Regulierungsmassnahmen der Elektrizitätskommission (Elcom) – ein Kostendruck entstehen wird.
Was ist Ihre Haltung in Bezug auf die aktuelle Diskussion um die Strompreise?
Solenthaler: In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, die internen Prozesse stark zu optimieren. Diese Kosteneinsparung konnten wir in Form von tieferen Preisen an unsere Stromkunden weitergeben. Die nun stark diskutierten Strompreiserhöhungen sind absolut nicht in unserem Interesse. Sie resultieren vor allem aus den kostentreibenden neuen Abgaben von 0.9 Rappen pro Kilowattstunde (kWh) für die Systemdienstleistungen an die Nationale Netzgesellschaft sowie die Abgaben von 0,45 Rappen pro Kilowattstunde für die kostendeckende Einspeisevergütung für die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Durch die Strommarktliberalisierung kommen weitere zusätzliche Auflagen und Pflichten sowie strukturelle Anpassungen auf alle Stromanbieter zu, was sich leider ebenfalls auf die Kosten auswirkt. Der Strompreis ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor und es ist nun die Aufgabe der Elektrizitätskommission (Elcom), als Regulierungsbehörde einzugreifen. Unser Ziel ist es, dass sich unsere Kunden auch in Zukunft – im nationalen und internationalen Vergleich – auf eine sichere und günstige Stromversorgung verlassen können.
Welche Ziele haben Sie sich persönlich gesteckt?
Solenthaler: Mein Hauptziel als Bereichsleiter Netze und Engineering ist es, im SAK-Versorgungsgebiet mit minimalen Kosten einen optimalen Betrieb der Netze sicherzustellen. Das heisst, eine sichere und effizient betriebene Stromversorgung mit einer solidarisch getragenen Netzinfrastruktur zu gewährleisten. Dies bedingt eine kostenbewusste, bedürfnisorientierte Budgetierung und Investitionsplanung zur Funktionswerterhaltung der Netzanlagen über die gesamte technische Lebensdauer sowie die Gewährleistung der Versorgungsqualität. Zur erfolgreichen Erfüllung dieser Aufgaben benötigen wir nebst den erwirtschafteten finanziellen Mitteln auch weiterhin qualifizierte, motivierte und leistungsorientierte Mitarbeiter, welche eigenverantwortlich und im Sinne der gemeinsamen Ziele handeln und Veränderungen als Herausforderung wahrnehmen. Diese Mitarbeiter gilt es gerade in einer Zeit der Veränderungen weiterhin zu unterstützen und weiterzuentwickeln (fördern und fordern). Natürlich freue ich mich speziell darauf, dass ich den weiteren Veränderungsprozess aktiv gestalten kann.
Welche grossen Projekte nehmen Sie demnächst in Angriff?
Solenthaler: Ein Hauptschwerpunkt wird die Umsetzung der erwähnten Zielsetzungen sein. Als Netzbetreiber werden wir in Zukunft einem zunehmenden Kostendruck ausgesetzt sein. Gleichzeitig gilt es aber, eine hohe Versorgungssicherheit und Qualität auch weiterhin zu gewährleisten. In diesem Spannungsfeld werden wir uns in den nächsten Jahren bewegen. Durch die Senkung von Betriebs- und Kapitalkosten für alle Netzebenen erreichen wir tiefe Netznutzungspreise und somit einen Marktvorteil. Trotz dieser Massnahme werden wir mit einer kostenoptimierten Netzbewirtschaftung auch in Zukunft in der Lage sein, Investitionen in unsere Netzanlagen tätigen zu können. Eine Steigerung des Kostenbewusstseins bei allen Mitarbeitern, laufende Effizienzverbesserungen sowie weitere Optimierungen von Prozessen tragen dazu bei.



























