Neues Bodenseeleitbild: Regierung befürwortet Entwurf
TG. Die Regierung befürwortet den Entwurf des neuen Bodenseeleitbilds. Voraussetzung für das Ja sei aber, dass keine weiteren Sonderwünsche aufgenommen werden. Unzufrieden sind die Naturschutzverbände.
Die Internationale Bodenseekonferenz (IBK) erarbeitet zurzeit ein neues Leitbild. Das aktuelle stammt aus dem Jahr 1994. Seither sind in der Region neue Schwerpunkte entstanden und der Mitgliederkreis der IBK ist gewachsen. Das Leitbild umfasst sowohl übergeordnete Zielsetzungen als auch einen Massnahmenkatalog mit konkreten Vorhaben. Der Thurgauer Regierungsrat empfiehlt der IBK-Regierungskonferenz, das neue Leitbild zu genehmigen. Es sei übersichtlich, verständlich und wohltuend kurz.
Zum Massnahmenkatalog schreibt die Regierung, es sei nicht Sache der IBK, den Seegemeinden eine grundsätzlich seeabgewandte Entwicklung oder die Beschränkung der Zahl der Boote und Liegeplätze vorzuschreiben. Entsprechende Massnahmen sollten daher aus dem Katalog gestrichen werden.
Naturschutzverbände vermissen messbare Ziele
Harsche Kritik am Enwurf kommt von den Umweltverbänden rund um den See. Sie bemängeln die allgemeine Formulierung. Das neue Leitbild falle wesentlich unverbindlicher und schwächer aus als das bestehende, heisst es in einer Mitteilung der Bodensee-Stiftung. Klare und messbare Ziele fehlten ebenso wie ein Bericht über die aktuelle Situation. Zustimmend reagierte die Internationale Bodensee Tourismus GmbH (IBT). Sie forderte jedoch zusätzlich ein eigenes Kapitel, um das Thema Tourismus stärker zu betonen.
In der IBK sind die Anrainerländer und -kantone der Bodenseeregion organisiert. In dem Gremium werden Raum-, Verkehrs-, Kultur- und Umweltfragen der Region besprochen und koordiniert. Die IBK selbst hat keine Beschlusskompetenz. Diese liegt bei den jeweiligen kantonalen oder Länder-Institutionen.



























