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Neue Postleitzahlen für Appenzell

AI. Um Klarheit ins Postleitzahl- und Ortschaftsnamen- Durcheinander zu bringen, wird ab 1. Januar 2009 eine neue Zuordnung gelten.

Im Streit um die neuen Ortsbezeichnungen in Innerrhoden steht der Kompromiss: Doppelnamen mit vorangestelltem «9050 Appenzell» sind die Lösung. «Das ist jetzt definitiv», sagt der zuständige Landesfähnrich (Justizdirektor) Melchior Looser.

Für den Hauptort und sechs weitere Ortschaften lautet die Anschrift in Zukunft «9050 Appenzell» . Im Falle der sechs Ortschaften folgt darauf – ohne Bindestrich – der Dorfname (Eggerstanden, Enggenhütten, Haslen, Meistersrüte, Steinegg und Schlatt). Meistersrüte etwa heisst künftig «9050 Appenzell Meistersrüte».

In Meistersrüte und Steinegg hatte sich der Zwist um die neuen Ortsbezeichnungen am heftigsten entzündet. Wegen der eidgenössischen Registerharmonisierung im Hinblick auf die Volkszählung 2010 sind eindeutige, unverwechselbare Adressen unabdingbar.

Marke, Image und Identität zugleich
Die Innerrhoder Standeskommission (Regierung) hatte vorerst den Postkreis Appenzell mit der Postleitzahl 9050 auf den Hauptort, Eggerstanden, Meistersrüte und Steinegg aufgeteilt. Der Ortsname Appenzell wäre für drei Dörfer verschwunden. Bisher waren diese unter «9050 Appenzell» registriert.

Dies sorgte jedoch für Aufruhr. Grossrätin Rahel Mazenauer aus Meistersrüte protestierte im Kantonsparlament dagegen. Die Empörung war gross: Appenzell sei Marke, Image und Identität zugleich, hiess es.

Die Regierung lenkte daraufhin ein. Während der Sommerferien fand nun die Vernehmlassung statt. Die Antworten zum Doppelnamen-Vorschlag seien spärlich, aber durchwegs positiv ausgefallen, sagte Melchior Looser am Mittwoch an einer Medienkonferenz am Mittwoch.

Auch Haslen will «Appenzell»
Und es gab eine Überraschung: In letzter Minute traf der Wunsch von Haslen ein: Auch dieses Nachbardorf will «Appenzell» vorangestellt haben. Diese Lösung sei allerdings mit Bund und Post noch nicht abgesprochen, sagt Looser. Innerhalb derselben Postleitzahl dürfe es in Zukunft nicht mehr zwei Gebäude mit derselben Adresse geben.

Die Krux in Innerrhoden sei ein technisches Problem, erklärte Karl Dähler, Chef des Amts für Informatik. Der Kanton habe ein sehr spezielles System: Einzig Oberegg führt eine eigene Einwohnerkontrolle. Jene der übrigen Bezirke erfolgt zentral in Appenzell.

Die Gebäude- und Wohnungsregister aber werden von den Bezirken (Gemeinden) geführt. Die von den Bezirken und der Verwaltung verwendeten Adressen seien aber nicht identisch. Die verschiedenen Register müssten nun auf einen Nenner gebracht werden, damit Daten hin- und hergeschickt werden könnten.

In Zukunft könne eine Volkszählung bis zu vier Mal pro Jahr per Knopfdruck erfolgen, so Dähler. Es brauche eine klare Identifikation. Deshalb würden Häuser nummeriert und Strassen in bewohntem Gebiet erhielten Namen. Zwei Strassen dürfen nicht mehr denselben Namen tragen.

Kein Zwang
Doch Looser beruhigt: «Man darf das nicht zu eng sehen. Wir können niemanden dazu zwingen, eine bestimmte Adresse zu verwenden. Aber die amtliche Adresse muss eindeutig sein.»

Grossrätin Rahel Mazenauer ist froh, dass «Appenzell» erhalten bleibt. Aber sie findet die Doppelnamen unpraktisch: «Viele Einwohner werden die neue Adresse einfach nicht schreiben», hiess es in ihrer Vernehmlassung, die an CVP, Frauenforum und Arbeitnehmervereinigung ging. Ihr Vorschlag: Nur verwechselbare Adressen ändern – und sich den übrigen Aufwand ersparen.


Die neue Zuordnung von Postleitzahl und Ortsnamen gilt ab dem 1. Januar 2009.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 13.08.2008 - 13:21:00