«Nein zur unklugen Steuervorlage»

Thurgau. Benjamin Kasper, JSVP Thurgau, äussert sich in einem Leserbrief zur Steuervorlage vom 27. September.

Folgende Medienmittteilung im Wortlaut:

„Spare in der Zeit, so hast du in der Not“. Diesem Sprichwort sind der Kanton und viele Gemeinden gefolgt und haben in guten Jahren viel Geld angespart. Dass dieses Polster in der Rezessionzugunsten der Bevölkerung, auch der „Reichen“, welche unsere besten Steuerzahler sind abgebaut werden soll, kann ich voll und ganz unterstützen.

Für mich ist jedoch unverständlich, warum manden Steuerfuss nicht direkt auf Stufe Kanton und Gemeindesenkt? Föderalismus pur, die ansässige Bevölkerung befindet über eine Steuersenkung, so wird nur dort gesenkt, wo es Sinn macht! Dies wollen die Befürworter natürlich nicht, denn eine punktuelle Steuerfusssenkung werde von aussen zu wenig wahrgenommen, vor allem in Bezug auf den interkantonalen Steuervergleich.

Zug und Obwalden sind zwei Kantone, die sich bereits in der „Endphase“ der Steuerkonkurrenz-Euphorie befinden. Resultat, in Zug wird gebaut was das Zeug hält, die Bauern geben ihre Höfe und ihr bewirtschaftetes Land auf und verkaufen dies für viel Geld (CHF 3000.-/ m2 sind keine Seltenheit), die Lebenskosten steigen ins unermessliche und der Kanton verpufft das überschüssige Geld in jährlich wiederkehrende Strassensanierungen.
Schlecht gestellte sowie auch mittelständische Familien können bereits heute die Kostenexplosion nicht mehr tragen und sind zum Wohnsitzwechsel gezwungen.

Was heisst dies für den Thurgau, wenn wir den vorpreschenden Kantonen Zug und Obwalden folgen? Was sollen wir Jungen denken? Müssen wir Millionäre werden, um uns auch einmal ein Eigenheim leisten zu können? Werden in ein paar Jahre die guten Parzellen auch für reiche Deutsche reserviert? Diese Fragen werden in der Diskussion nicht behandelt, obwohl in genau denjenigen Kantonen, wo die Steuereuphorie angefangen hat, diese
Probleme jetzt Tatsache sind.

Thurgau / 17.09.2009 - 16:30:28
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