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Nein zur Noteninitiative

AR. Der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden beantragt dem Kantonsrat, die Volksinitiative «Wiedereinführung von Schulnoten ab der vierten Klasse» abzulehnen.

Die Initiative verlangt, dass von der vierten bis zur sechsten Klasse der Primarschule wieder die Beurteilung mit Noten eingeführt wird. Zudem sollen jährliche Leistungsvergleiche durchgeführt werden.

«Wiedereinführung» von Noten in der Primarschule
Die Beurteilung von Schülerinnen und Schülern erfüllt zwei Funktionen: die Förderung und die Selektion. Schon heute wird auf der Sekundarstufe in Appenzell Ausserrhoden mit Noten beurteilt. Auf dieser Schulstufe steht die Selektionsfunktion der Beurteilung im Vordergrund. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich auf die Anforderungen von weiterführenden Schulen und Berufswelt ausrichten. Auf der Primarsschulstufe hingegen hat die Förderung der einzelnen Schulkinder Vorrang. Hier sieht der Regierungsrat keinen Handlungsbedarf für die Wiedereinführung von Noten; die heutige Beurteilung der Lernenden hat sich bewährt. Sie ist umfassend, ganzheitlich, orientiert sich an den Lernzielen und – was ganz wichtig ist – hat die Förderung der einzelnen Schulkinder zum Ziel. Die heutige Form der Schülerbeurteilung wurde über lange Zeit an den Primarschulen entwickelt und hat sich positiv auf den Unterricht ausgewirkt. Mit dieser Entwicklung einher ging auch ein Systemwechsel: Die Beurteilung orientiert sich neu hauptsächlich am Erreichen der Lernziele. Der Leistungsvergleich innerhalb der Klasse rückt in den Hintergrund.

Durchführung von Leistungsvergleichen
Der Regierungsrat anerkennt das Anliegen der Initiative, dass Leistungsmessungen und -vergleiche durchgeführt werden sollen. Er ist aber der Meinung, dass kein Handlungsbedarf besteht. Denn schon heute werden in der Volksschule von Appenzell Ausserrhoden regelmässig Leistungsmessungen und -vergleiche durchgeführt. So nehmen heute alle Lernenden im achten Schuljahr am sogenannten «Stellwerk» teil. Dieses Testverfahren ermittelt den Leistungsstand in verschiedenen Fachbereichen. Die Teilnehmenden erhalten eine Rückmeldung, wie ihre individuellen Leistungen im Vergleich zu den anderen Lernenden stehen. Weiter steht den Klassen in Appenzell Ausserrhoden offen, freiwillig an einem weiteren ähnlichen Testverfahren, dem sogenannten «Klassencockpit», teilzunehmen. Dieses wird für die dritte bis neunte Klasse angeboten. Zudem sind im Rahmen des Konkordats HarmoS Leistungsmessungen in einzelnen Fächern und in überfachlichen Kompetenzen am Ende des zweiten, sechsten und neunten Schuljahres geplant. Der Kantonsrat wird in der ersten Hälfte des Jahres 2009 über einen allfälligen Beitritt zu diesem Konkordat entscheiden.

Der Kantonsrat wird die Volksinitiative zur «Wiedereinführung von Schulnoten ab der vierten Klasse» voraussichtlich an seiner Sitzung vom 15. September in erster Lesung behandeln. Er wird eine entsprechende Empfehlung zu Handen des Ausserrhoder Stimmvolkes abgeben. Die Volksabstimmung über die Initiative findet voraussichtlich im Jahr 2009 statt.


Ältere Artikel zu diesem Thema:
«Unterschriften für Schulnoten» vom 20. August 2007
«Schulnoten: SVP-Initiative wird eingereicht» vom 20. Juli 2007
«Initiative der SVP: Note 1» vom 19. März 2007
«Ein Zeichen setzen für die Zukunft» vom 15. März 2007
«Keine Noten an Primarschule» vom 25. September 2006

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 27.02.2008 - 09:20:00