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Nein zur Initiative «Gegen den Bau von Minaretten»

Appenzell/AR/AI. Am 29.11.2009 kommt die Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» zur Abstimmung. Der Kirchenrat der evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell empfiehlt den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern, die Initiative abzulehnen.

Im Kern geht es um die Akzeptanz der muslimischen Bevölkerung in unserer Gesellschaft. Polarisierung ist der falsche Weg. Integration muss ernst genommen werden.
Der Kirchenrat nimmt die Sorge und Beunruhigung von Teilen der Bevölkerung über die wachsende Präsenz des Islam in der Gesellschaft wahr. Doch die Minarett-Initiative bildet einen untauglichen Versuch, den Herausforderungen einer pluralistischen Gesellschaft zu begegnen. Recht darf nicht als Ausgrenzungsinstrument missbraucht werden. Im Visier der Initiative stehen nicht die religiösen Bauten,
– Ein gedeihliches Zusammenleben der Religionen in unserer Gesellschaft setzt nach Überzeugung des Kirchenrates die vorbehaltlose Anerkennung rechtsstaatlicher Prinzipien voraus. In einer religiös pluralen Gesellschaft stellen sich die Kirchen selbstbewusst den Aufgaben der Selbstvergewisserung des eigenen Glaubens und der Reflexion des eigenen theologisch-kirchlichen Selbstverständnisses.
– Der Kirchenrat unterstützt nachdrücklich den liberalen Rechtsstaat, den Schutz der Glaubens- und Kultusfreiheit für Menschen jeder Religion. Alle Versuche einer Relativierung – von welcher Seite auch immer – weist er entschieden zurück.
– Die wechselseitige Bereitschaft, die Überzeugungen und Anliegen der Menschen anderer Religionen wahrzunehmen und zu achten, bildet die unbestreitbare Voraussetzung für jeden konstruktiven Dialog. Das (Bau-) Recht taugt nicht als Instrument zur Lösung religionspolitischer Konflikte.
– Der Kirchenrat wendet sich gegen jede Form von Unterdrückung und Diskriminierung von Religionen – sei es durch staatliche Gesetze oder religiöse Vorschriften. Das gilt für die Verfolgung von Christen in bestimmten Regionen der Welt ebenso, wie für die Beeinträchtigungen von Gläubigen anderer Religionen in der Schweiz.
– Die Minarett-Initiative stellt für den Kirchenrat einen rechtlich zweifelhaften Beitrag zu einem gesellschaftspolitischen Thema dar.

Wer auf festem Grund steht, hat keine Angst, dem Fremden zu begegnen und sucht das interreligiöse Gespräch. Konflikte können benannt und respektvoll ausgetragen werden. Die evangelischen Kirchen vertrauen ihrer Glaubensgrundlage und lehnen die Minarett-Initiative ab.
Kirchenrat der evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 05.11.2009 - 11:03:47