«Nebel-lebeN» einem Stück Tanztheater
theater:now, die feine Tanztheaterreihe im stimmungsvollen Theatersaal des phönix-theaters am Untersee, beginnt dieses Jahr am Donnerstag, 23. Oktober.
Die Plattform für Bewegungskunst im Thurgau ist nach drei Ausgaben zu einem festen Bestandteil des nationalen Tanzparketts geworden. Dieses Jahr stehen Alltagsgeschichten im Vordergrund. Neu mit dabei ist „Tanzfaktor“, eine Plattform für jungen Tänzerinnen und Tänzer, deren Arbeiten noch nicht bekannt sind. Eröffnet wird das Festival mit «Nebel-lebeN» einem Stück Tanztheater mit von Marcel Leemann Physical Dance Theater aus Bern. Der Tthurgauer Autor Michael Stauffer hat die Texte dazu geschrieben.
Für Spannung sorgt am Donnerstag, den 23. Oktober die Eröffnungsproduktion «Nebel-lebeN», mit Marcel Leemann Physical Dance Theater aus Bern. Das Stück, welches in Zusammenarbeit mit dem Thurgauer Autor Michael Stauffer entstanden ist, feierte erst kürzlich seine Premiere in Bern. Stauffer schreibt – Der Nebel verhüllt und verdünnt die Sicht. Ich sehe von meinem Hund an der Leine nur noch die Leine. Aber ich weiss, er ist bei mir. Nebel birgt Gefahr, es nützt nichts zu wissen, wo man ist. Ich ziehe mich aus und lege mir einen Nebel an. Oder zu. Vielschichtiges Stück
Hochnebel, Bodennebel, Nebelmeer, Bühnennebel, Nebelschwaden, Küstennebel, Nebelwand, Sprühnebel. Nebelhorn, Nebelscheinwerfer, Nebelmaschine, Nebelgrenze, Frühnebel, Nebelbank, Nebelkerze, Spiralnebel, Nebelkrähe… Benebelt, vernebelt, nebulös, eingenebelt, umnebelt… Bei genauerer Betrachtung scheint es für Nebel annähernd so viele Begriffe und Bilder zu geben als für Schnee in Fräulein Smillas Gespür dafür.
Auch im übertragenen Sinn. Alkohol, Drogen, Liebe, Hass, Ideologien oder Lebensentwürfe benebeln und verblenden. Im Nebel liegt eine Form des Narzissmus, eine getrübte Widerspiegelung. Im Nebel entsteht ein anderer Klangraum. beinahe eine Hörspielsituation. Der Nebel ist ein helles Dunkel. Sprachverwirrungen
In diesem Umfeld bewegen sich sieben sechs PerformerInnen, geben Dinge preis, sichtbar, verstehbar oder nicht. Die sieben verschiedenen Muttersprachen schaffen dabei eine babylonische Verwirrung der besonderen Art. Im Nebel kann geschehen, was sonst nicht oder anders geschähe. Ein Paradoxon: in der Verhüllung liegt die Möglichkeit der Offenbarung. Im Nebel liegt, durch die Wachsamkeit, auch der ureigene Instinkt. Dass Nebel im Deutschen rückwärts gelesen Leben ergibt, ist eine spannende Koinzidenz.
Zu sehen am Donnerstag, 23. Oktober und am Samstag, 25. Oktober jeweils um 20.15 Uhr im Theater im Pumpenhaus in Steckborn.
Onlinereservationen und weitere Infos unter www.phoenix-theater.ch. Telefonische Reservationen nimmt das See&Parkhotel Feldbach unter 052 762 21 21 entgegen. Nach der Vorstellung fährt der Nachtbus ab Theater im Pumpenhaus nach Frauenfeld SBB. Der Fahrpreis ist im Theatereintritt inklusive.



























