Namen nicht mehr zeitgemäss
Fischingen. Sowie die Putzfrau zur Raumpflegerin wurde, wechseln nun «Sozialamt», «Fürsorger» und «Fürsorgekommission» ihre Namen.
Nicht weil sie degradierend, hochgradig diskriminierend oder politisch inkorrekt, sondern weil sie nicht mehr zeitgemäss sind, wechseln das Sozialamt, der Fürsorger, und die Fürsorgekommission ihre Namensgebung.
Neu sind sie anzusprechen mit «Soziale Dienste», «Leiter Soziale Dienste» und «Kommission Soziale Dienste», dem hat der Gemeinderat zugestimmt.
Wer neu sein Geld von der Fürsorge bezieht, der lebt also nicht mehr länger auf Kosten des Sozialamtes, sondern auf Kosten der «Sozialen Dienste» und wer sich auf den «Sozialen Diensten» um die Armen sorgt, ist kein Fürsorger mehr, sondern: ein «Leiter Soziale Dienste». Und wie nennt man nun einen Sozialfall? Vielleicht «Sozial Bedienter»? War der gewohnte Name nicht treffender, einfacher und kürzer? Wird uns hier so eine Art Rechtsprechreform aufgezwungen?
Der Trend geht klar in diese Richtung, auch Raider heisst schon lange Twix und nicht mehr Raider, sonst ändert sich aber nichts. Wenigstens bleibt der Inhalt in gewohnter Zusammensetzung bestehen. Aber wird er durch eine neue Verpackung auch wirklich besser und hält er dann noch, was die Fassade verspricht? Sollten wir diese Verschleierungstechnik nicht eher der Werbung überlassen, welche uns die Illusionen nicht mehr nehmen kann, weil wir sie durchschauen?
Wie schon Gottfried Keller sagte: Kleider machen Leute, heisst es heute: Die Verpackung dominiert den Inhalt.



























