Mutmasslicher Täter nach Tötungsdelikt «Safari» angehalten
Bern/BE. Fast 15 Jahre nach dem Tötungsdelikt im damaligen Tea Room Safari in der Stadt Bern konnte ein mutmasslicher Täter angehalten werden. Es handelt sich um einen 54-jährigen Mann aus der Türkei. Er wird sich in seiner Heimat vor der Justiz verantworten müssen.
Am Montagabend, 27. Juli 1998, waren im damaligen Tea Room Safari an der Belpstrasse 11 in der Stadt Bern vier Menschen erschossen worden. Bei den Opfern handelt es sich um drei türkische und einen Schweizer Staatsangehörigen. Unter der Leitung der Kriminalpolizei der damaligen Stadtpolizei Bern waren daraufhin umfangreiche Ermittlungen aufgenommen worden. Einen Tag später wurden in Schlosswil, rund 16 Kilometer vom Tatort entfernt, mehrere Waffen gefunden. Es handelt sich um ein Sturmgewehr der Marke Kalaschnikov, zwei Pistolen der Marke CZ sowie eine Pistole der Marke Walther. Das Gewehr konnte später zweifelsfrei als eine der Tatwaffen identifiziert werden.
Obwohl eine Belohnung ausgesetzt worden war, verliefen die Ermittlungen in diesem Fall zunächst ergebnislos. Schliesslich konnte aber der Besitzer des Gewehrs durch die Polizei eruiert werden. Vor der polizeilichen Intervention gelang dem Beschuldigten aber die Flucht ins Ausland. Das Dezernat Leib und Leben hat die Ermittlungen gegen die Täterschaft permanent weitergeführt. Sämtliche Spurenträger wurden nach modernsten Methoden der Forensik erneut untersucht. Es gelang den Ermittlern nach schwierigen und intensiven Nachforschungen den Tatverdächtigen in der Türkei zu lokalisieren.
Sämtliche wichtigen Informationen und relevanten Beweise zu dieser Person wurden an die türkische Justiz übermittelt. Der mutmassliche Täter wurde am 28. November 2012 durch die türkische Polizei festgenommen und inhaftiert. Ein Abgleich der in Zusammenhang mit der Tat gefundenen DNA mit der in der Türkei inhaftierten Person verlief positiv. Da türkische Staatsangehörige von ihrem Heimatland nicht ausgeliefert werden, wurde das Strafverfahren an die türkischen Behörden abgetreten. Der mutmassliche Täter befindet sich nach wie vor in Haft und wird sich vor Gericht verantworten müssen. Bis heute sind die genauen Hintergründe der Tat unklar. Weiterhin muss davon ausgegangen werden, dass es sich beim getöteten Schweizer um ein zufälliges Opfer handelt. Die Ermittlungen bezüglich allfälliger Mittäter dauern weiterhin an. Aus diesem Grund ist immer noch eine Belohnung von bis zu 20'000 Franken für Hinweise ausgeschrieben.
Hintergrund: Am Montagabend, 27. Juli 1998, wurde der damaligen Stadtpolizei Bern kurz vor 2300 Uhr eine Schiesserei im damaligen Tea Room Safari gemeldet. Die ausgerückten Beamten fanden im Innern des Restaurants vier leblose, am Boden liegende Personen vor. Bei den Opfern handelt es sich um einen 46-jährigen Schweizer sowie drei türkische Staatsangehörige im Alter von 41, 39 und 37 Jahren. Alle vier waren offensichtlich niedergeschossen worden. Bereits kurz nach der Tat wurden durch eine Sonderkommission umfangreiche Ermittlungen aufgenommen. Es stellte sich heraus, dass für die Tat verschiedene Schusswaffen verwendet worden waren. Tags darauf wurden dann durch Passanten im Raum Schlosswil unter anderem mehrere Schusswaffen, zwei Explosiv-Übungs-Handgranaten und Kleider gefunden. Trotz der intensiven Ermittlungen, mehreren hundert Hinweisen und Befragungen konnte die Täterschaft damals aber nicht ermittelt werden. Mitte August 1998 wurde dann eine Belohnung von 20'000 Franken für Hinweise ausgesetzt. Der Fall wurde zudem in der Sendung «Aktenzeichen XY ungelöst» aufgegriffen.



























